Warum eine
Gesundheitsseite?
Gesundheit ist ein zentrales, wichtiges
und nicht zu vernachlässigendes Thema. Über Gesundheit und Krankheit
SOLL und MUSS gesprochen werden. Folgende drei Aspekte
sind bei seriösen Züchtern gleichwertige Zuchtkriterien:
1.
Das rassetypische Verhalten und Wesen, welches in der Zucht- und
Verhaltensbeurteilung wie folgt umschreiben ist: Boston Terrier sind freundliche, aufmerksame, temperamentvolle,
interessierte, sportliche, intelligente und sichere Hunde mit Ausdauer
und Spielfreude. Der Boston Terrier als Rasse hat zudem eine gute Bindungsfähigkeit zu
seinen Menschen und ist führig. Zwingend von der Zucht ausgeschlossen werden ängstliche und aggressive
Hunde.
2.
Die äussere Erscheinung, das rassetypische Aussehen, welches an
Ausstellungen und an der Zuchttauglichkeitsprüfung (Ankörung) beurteilt
wird und im
FCI Standard
Nr. 140 festgehalten ist.
3.
Ein körperlich gesunder Boston Terrier. Die gesundheitlichen
Voraussetzungen und Anforderungen sind im Zuchtreglement der Boston Terrier Freunde Schweiz
BTFS von der Generalversammlung der BTFS (also von den
Mitgliedern des BTFS) und der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft
SKG, genehmigt. Jede Züchterin ist frei, darüber hinaus gehende
gesundheitliche Untersuchungen vornehmen zu lassen. Wissenswert ist,
dass kurzköpfige Hunde als
brachyzephal bezeichnet ("brachis" = kurz und
"cephalus" = Kopf) werden und dass Boston Terrier zu denjenigen Wirbeltieren
gehören, welche eine
Brachyurie
(von
griech. ουρά
„Schwanz“),
also eine angeborene Verkürzung des Schwanzes haben.
Die Beschreibungen erheben
keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder wissenschaftliche Exaktheit.
nach oben
Die Patellaluxation (PL):
Patellaluxation
bedeutet: Die Verlagerung der Kniescheibe nach innen (medial)
oder nach außen (lateral) aus der Rinne (Sulcus trochlearis) am
Oberschenkel. Die Verlagerung kann vorübergehend oder dauerhaft
sein. Häufig in Verbindung mit einer Fehlstellung der Gliedmaße.
Die Patellaluxation
kann sowohl angeboren (kongenital), wie auch nach einer
Verletzung auftreten und ist eine der häufigsten
Lahmheitsursachen bei kleinwüchsigen Hunderassen. Die
Kniescheibe verrutscht dann meistens nach innen. Bei großen
Hundrassen tritt häufiger eine Patellaluxation nach außen auf.
Klassifizierung der
Patellaluxation beim Hund:
Grad 0: keine Luxation
Grad 1: Die Patella lässt sich luxieren ohne klinische
Symptome.
Grad 2: Die Patella luxiert
spontan und bleibt luxiert bis sie zurückverlagert wird bzw.
der Hund durch Strecken des Kniegelenks die Patella
zurückverlagert.
Grad 3: Die Patella bleibt
meistens verlagert, kann jedoch zurückverlagert werden,
luxiert aber sofort wieder. Die Patienten können einen
Stellungsfehler der Gliedmaße aufweisen und zeigen eine
variierende Lahmheit vom gelegentlichen Hüpfen bis zu einer
dauerhaften Stützbeinlahmheit mit Laufen auf drei Beinen.
Grad 4: Die Patella ist
ständig verlagert. Der Patient läuft mit eingeknicktem Bein,
da das Kniegelenk nicht durchzustrecken ist. Es können
extreme Fehlstellungen der Gliedmaße vorliegen. Teilweise
kann das Kniegelenk derart verdreht sein, dass das Bein
ständig hochgehalten wird.
Betroffene Rassen
In 75-80% der Fälle luxiert die Kniescheibe nach innen (mediale
Luxationen). Ein gehäuftes Auftreten wurde z. B. gefunden beim
Klein- und Zwergpudel, Yorkshire Terrier, Chihuahua, Pekinese,
Boston Terrier, Foxterrier, Französische Bulldogge, King Charles
Spaniel, Griffon, Papillon und Japan Chin sowie bei zahlreichen
anderen Rassen. Auch bei einigen mittelgrossen Hunden, wie z.B.
Chow Chow, Shar-Pei, Appenzeller und Entlebucher Sennenhund
treten dieselben Veränderungen auf. Bei lediglich 20-25% handelt
es sich um Luxationen nach aussen (laterale Luxationen), von
denen überwiegend Hunde mittlerer und grosser Rassen betroffen
sind wie z.B. Pudel, Cocker Spaniel, Irischer Setter, Boxer,
Flatcoated Retriever und Pyrenäen-Berghund.
Krankheitszeichen und Behandlung
Hunde, bei denen die Kniescheibe fest in ihrer Position in der
Gleitrinne liegt und nur durch Druck vorübergehend luxiert
werden kann, zeigen in der Regel keine Lahmheiten und brauchen
auch keine Behandlung. Luxiert die Kniescheibe jedoch spontan
während der Bewegung aus der Gleitrinne, so können mit der Zeit
Gelenksentzündungen und Knorpelschäden entstehen, die dann auch
zu Lahmheiten führen. Die Lahmheiten können sich durch
plötzliches Hochhalten des Beines während einiger Schritte
bemerkbar machen. Dabei befindet sich die Kniescheibe ausserhalb
der Gleitrinne. Springt die Kniescheibe in ihre normale Position
zurück, wird das Bein wieder normal belastet. Um entsprechende
Schädigungen im Gelenk zu vermeiden, ist eine frühzeitige
Behandlung empfehlenswert. Dies ist meist nur durch eine
Operation des Kniegelenkes mit Vertiefung der Gleitrinne und
Versetzung der Ansatzstelle des geraden Kniescheibenbandes
möglich. Die Behandlung hängt im Einzelnen von Alter, Rasse und
Ausmass der Veränderungen ab.
Züchterische Massnahmen
Zurzeit gibt es keine einheitlichen Richtlinien für die
einzelnen Rasseklubs.
Gemäss dem Zuchtreglement des Rasseclubs, dem BTFS
(Boston Terrier Freunde Schweiz) gilt folgendes:
Art. 4.2
Zuchthygienische Massnahmen zur
Bekämpfung der Patella Luxation ist nachzulesen:
Das Mindestalter für die erste
PL-Untersuchung beträgt 12 Monate. Vor der
Zuchtzulassung muss die PL-Kontrolle erfolgt sein.
4.2.1 Zuchtzulassung der Junghunde
0 oder A Hunde mit einwandfreiem Befund, sind bis zur
Nachkontrolle zur Zucht freizugeben.
1 oder B Hunde mit Befund leichten Grades können für die
Zucht zugelassen werde, müssen jedoch mit einem über
3-jährigen Partner mit einwandfreiem Befund gepaart
werden.
2 oder C und 3 oder D Hunde mit Befund mittleren Grades,
ein- oder beidseitig und Hunde mit Befund schweren
Grades bei der Erstkontrolle werden nicht zur Zucht
zugelassen.
4.2.2 Nachkontrolle
Eine zweite und letzte Untersuchung muss bis zum
Erreichen des 3. Lebensjahres erfolgen. Hündinnen
sollten erst 3 Monate nach dem letzten Wurf zur
Nachuntersuchung gebracht werden.
Weitere Zuchtzulassung bei Nachkontrolle
0 oder A Hunde mit einwandfreiem Befund, werden
definitiv zur Zucht freigegeben.
1 oder B Hunde mit Befund leichten Grades ein- oder
beidseitig können in der Zucht verbleiben.
2 oder C und 3 oder D Hunde mit Befund mittleren Grades,
ein- oder beidseitig und Hunde mit Befund schweren
Grades werden von der Zucht ausgeschlossen.
nach oben
Brachycephalie
Kurzköpfigkeit = Brachycephalie
Brachycephale Hunde leiden nicht selten am
Brachycephalen Syndrom. Dieses wird nach Meinung vieler Experten
von einem zu engen Eingang in die Nasenhöhlen und einem
verlängerten Gaumensegel ausgelöst. Gesicherte Zusammenhänge
betreffen eine Obstruktion in den oberen Atemwegen, eine daraus
folgende verstärkte Atemarbeit, um den Körper mit genügend
Sauerstoff zu versorgen sowie eine Anschwellen der Weichteile im
Nasen- und Rachenraum als Reaktion auf den erhöhten Unterdruck
in den Atemwegen.
Ursächliche und weitere pathogenetische
Untersuchungen sind hingegen kontrovers und
ungeklärt. Viele Züchter und Besitzer von
gesunden brachycephalen Hunden beweisen,
dass die Kopfform alleine das Syndrom nicht
auslösen kann. Die Lokalisation der
Primärobstruktion wird je nach Autorengruppe bei
den Nasenlöchern, in den Nasenmuscheln oder beim
Gaumensegel vermutet. Viele Nebenerscheinungen
des Syndromes sind nicht untersucht. Den
Züchtern fehlen zudem messbare Parameter für die
erfolgreiche Selektion.
Hunde mit dem Brachycephalen Syndrom leiden an
chronischer bis akuter Atemnot, zeigen deutlich
verminderte Leistungsfähigkeit, haben ein
hörbares Atemgeräusch bei der Einatmung, regen
sich leicht auf bei Anstrengung und hecheln oft.
Die Symptome können sich in Krisenfällen und bei
heisser Umgebungstemperatur soweit aufschaukeln,
dass die Hunde daran sterben können. Die
Notfalltherapie besteht in Kühlung, Beruhigung,
Sauerstoffgabe und abschwellenden Medikamenten.
Chirurgische Massnahmen wie Erweiterung der
Nasenlöcher und Gaumensegelkürzung können die
Symptome reduzieren.
Eine Projektgruppe des Vetsuisse-Fakultät der
Universität Zürich hat sich zum Ziel gesetzt,
die Pathophysiologie des brachycephalen
Syndromes unter den Aspekten Kopfform und
Atemgasphysik sowie Objektivierung der
Sauerstoffschuld zu untersuchen. |
 |
Beim Tier ist die Brachyzephalie eine Folge
gezielter Zucht. Durch Zuchtauslese ist es zu immer stärkerer
Verkürzung des Schädels, ganz besonders der Nase gekommen. Die
extreme Verkleinerung der Nasenhöhle führt zur Ausbildung fehl
gestalteter Nasenmuscheln, die in die üblicherweise freien
Atemwege hineinwachsen und diese verstopfen. Es ist deshalb sehr
empfehlenswert, beim Kauf eines Boston Terrier darauf zu achten,
dass die Elterntiere (und der Welpe) eine (sichtbare) Nase haben
und die Nasenlöcher möglichst runde Löcher sind und nicht nur
schmale Schlitze.
nach oben
Brachyurie
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Brachyurie bei einem
Stumper
Als Brachyurie (von
griech. ουρά
„Schwanz“;
nicht zu verwechseln mit
ούρα
„Harn“) wird eine angeborene Verkürzung des Schwanzes bei
Wirbeltieren
bezeichnet. Die vollständige Abwesenheit des Schwanzes
wird als Schwanzlosigkeit oder
Anurie bezeichnet.
Vorkommen
Brachy- und Anurie kommt bei Hunden,
Katzen,
Schweinen,
Rindern,
Schafen und
Hühnern vor.
Häufigkeit,
Erbgang und klinische
Bedeutung sind dabei je nach
Spezies und Rasse
unterschiedlich.
Hund
Brachyurie
und Korkenzieherschwanz bei einer Englischen Bulldogge
Brachyurie beim Hund wird auch als Stummelrute
bezeichnet. Ausprägungen reichen von einer leichten
Verkürzung bis hin zu völliger Anurie, mit oder ohne
Verkrüppelung des Schwanzes (Knickrute,
"Korkenzieherschwanz").
Brachyurie und/oder Anurie wird bei verschiedenen Rassen als
Bestandteil des Standards angesehen (z.B.
Australian Shepherd,
Entlebucher Sennenhund,
Englische Bulldogge,
English Cocker Spaniel,
Mops, Bobtail (Old
English Sheepdog),
Schipperke und
Welsh Corgi Pembroke),
kommt aber auch bei nicht systematisch gezüchteten
Rassen als Variante vor (z.B.
Stumper bei
altdeutschen Hütehunden).
Knickruten und Korkenzieherschwänze treten bei gewissen
Rassen ebenfalls gehäuft auf, z.B.
Dackel.
Krankheitswert
Brachy- und Anurie wird polygen autosomal rezessiv
vererbt und ist mit verschiedenen
Fehlbildungen der
Wirbelsäule
vergesellschaftet. Es können
Keilwirbel,
Blockwirbel oder Schmetterlingswirbel auftreten;
desgleichen
Spina bifida. Dadurch
kann die Entwicklung des
Rückenmarks gestört
sein, so dass es zu neurologischen Störungen der
hinteren Körperhälfte kommt (Paraparese,
Paraplegie,
Harn- und/oder
Kotinkontinenz).
Von einem Zuchteinsatz betroffener Hunde ist aus
genetischer und tierschützerischer Sicht abzuraten. In
Rassen, bei denen Brachy- und Anurie im Standard
gefordert werden, ist vor einem Zuchteinsatz
pragmatischerweise eine Röntgenuntersuchung
der Wirbelsäule durchzuführen, um das Vorliegen von
assoziierten Fehlbildungen auszuschliessen.
nach oben
Infektionskrankheiten
von Harald Wenner
Erreger von
Infektionen sind vermehrungsfähige, pathogene (die
Erregerspezies hat die Fähigkeit Krankheiten
hervorzurufen) Mikroorganismen, die von einem Organismus
auf einen anderen übertragbar sind. Unterschieden werden
muss hier nach Erregern, die nach einem Befall des
Hundes zwingend zu einer Erkrankung führen und solchen,
die nur dann pathogen sind, wenn bestimmte zusätzliche
Faktoren ebenfalls vorhanden sind.
Eine Infektion
liegt dann vor, wenn Krankheitserreger in einen
Organismus eindringen und sich dort vermehren und der
Wirt (Tier) eine Reaktion zeigt. Durchbrechen diese
Krankheitserreger die Abwehrbarriere des Wirtes, kommt
es unweigerlich zu einer Erkrankung des befallenen
Tieres - aus einer Infektion wird eine Krankheit. Zum
Ausbruch von Infektionskrankheiten tragen ausserdem bei:
-
die allgemeine Konstitution des
Tieres und die aktuelle seelische Verfassung (Stress
begünstigt den Ausbruch von Infektionskrankheiten)
-
die Anzahl und die Infektiosität des
Erregers
-
die Hygiene im Lebensumfeld, aber
auch artgerechte Haltungsbedingungen, Platz- bzw.
Raumangebot und Bewegung sowie die Zuwendung
vertrauter Personen
-
Alter und Ernährung
Die
Infektionserreger unterscheiden sich in Prionen (z. B.
Verursacher von BSE), Viren, Bakterien, Pilze und
Parasiten. Unterteilt werden Parasiten in Protozoen und
Tiere (Helminthen wie Würmer und Anthropoden wie
Milben). Die Übertragung erfolgt durch direkte
Übertragung wie Kontakt (Berühren, Belecken, Einatmen,
Sekrettröpfchen, die ausgehustet oder -geniest werden)
und indirekte Übertragung durch leblose Gegenstände
(z.B. Futter, Wasser, Pflegegeräte wie Bürsten, Kämme,
etc.), sowie lebende Vermittler wie Flöhe, Zecken,
Mücken, etc.
Eine
Infektionskrankheit kann verschiedene Verlaufsformen
aufweisen:
-
Eine Heilung erfolgt bei restloser
Vernichtung des Erregers durch das körpereigene
Immunsystem oder durch eingeleitete medikamentöse
Therapien
-
Ein latenter Verlauf der Infektion,
also einem Verbleib der Erreger im Körper ohne
pathogene Wirkung. Zu beachten ist hier, dass latent
infizierte Tiere den Erreger ständig ausscheiden
können und so eine Infektionsquelle für andere Tiere
darstellen.
-
Ein chronischer Verlauf liegt vor,
wenn der Erreger über einen längeren Zeitraum mit
pathogener Wirkung im Organismus verbleibt.
Die Folge eines
völligen Versagens der körpereigenen Abwehr und jeder
Art der Therapie ist der Tod des infizierten Organismus.
Bei vielen der durch lebende Infektionserreger
verursachten Erkrankungen reagiert der befalle
Organismus mit einer Entzündung, deren äußerlich
sichtbare Symptome sich so darstellen:
-
Schmerz, verursacht durch giftige
Stoffwechselprodukte der Krankheitserreger und durch
die Blutstauung
-
Rötung, verursacht durch eine
Gefäßerweiterung und die damit verbundene verstärkte
Durchblutung
-
Wärme, ebenfalls verursacht durch
eine vermehrte Durchblutung
-
Schwellung, verursacht durch die
Blutgefässerweiterung und den Austritt von
Flüssigkeit in das entzündete Gewebe.
-
Bei einer Entzündung von
Schleimhäuten (z.B. der Atmungsorgane oder des
Verdauungstraktes) kommt eine verstärkte Absonderung
von Flüssigkeit durch die eingelagerten
Schleimdrüsen hinzu (Schnupfen, Durchfall)
-
Beeinträchtigungen in der Funktion,
hervorgerufen durch Schwellung und Schmerz
Die einzelnen
Infektionserreger:
Bakterien
sind Einzeller, die aufgrund eines eigenen Stoffwechsels
zu einer selbstständigen Vermehrung in der Lage sind.
Eine bakterielle Infektion schädigt den Organismus durch
ihre giftigen Ausscheidungsprodukte (sowie die
überschiessenden Abwehrreaktionen des Wirts). Eine
natürliche Bekämpfung der Bakterien im Organismus
erfolgt über die Leukozyten (weisse Blutkörperchen). Die
Leukozyten "wandern" aus dem Blut in das infizierte
Gewebe und bekämpfen die Bakterien. Durch abgetötete
Bakterien und abgestorbene Leukozyten sowie Gewebezellen
entsteht der für viele Entzündungen typische Eiter. Eine
medikamentöse Behandlung von Bakterien erfolgt durch die
Gabe von Antibiotika. Antibiotika sind ursprünglich aus
Pilzen gewonnene Substanzen, die heute synthetisch
hergestellt werden können. Sie greifen in den
Stoffwechsel der Bakterien ein und wirken bakerizid
(abtötend) oder bakteriostatisch (wachstumshemmend).
Bakterien können gegen Antibiotika resistent werden.
Durch eine Überdosierung oder ein vorzeitiges
Therapieende können Bakterien überleben, die bei einer
nachfolgenden Behandlung gegenüber diesem Antibiotikum
resistent (unempfindlich) geworden sind. Da diese
Resistenz an die Bakterien-Nachkommen weitervererbt
werden kann, entsteht so ein neuer Bakterienstamm, gegen
den ein entsprechendes Antibiotika entwickelt werden
muss. Eine Antibiotika-Therapie muss also von einem
Tierarzt überwacht werden. Die angegebene
Behandlungszeit ist zwingend einzuhalten, auch wenn das
betroffene Tier schon vorher wieder völlig gesund
erscheint. Von einer Selbstmedikation durch eventuell
irgendwann einmal übriggebliebene Antibiotika ist
deshalb dringend abzuraten.
Die
Arzneimittelgruppe der Antibiotika kam im Jahre 1929
völlig zufällig zustande. Dr. Alexander Fleming entdecke
bei einer mit einem Schimmelpilz verunreinigten
Bakterienkultur, dass der Bakterienrasen rund um die
Schimmelpilzkolonie Lücken hatte. Der Schimmelpilz
musste also eine Substanz ausscheiden, die das Wachstum
der Bakterien zu stoppen vermochte. Eine Isolierung
dieser Substanz führte so zur Entdeckung des
"Penicillins".
Viren
sind um ein Vielfaches kleiner als die einzelligen
Bakterien und auch nur unter einem Elektronenmikroskop
zu erkennen. Viren bestehen aus einer Proteinhülle
(Protein = Eiweiss), in die ihre Erbsubstanz
eingeschlossen ist. Sie können nur von lebenden Zellen
vermehrt werden. Ausserhalb einer lebenden Zelle ist das
Virus biologisch inaktiv und damit auch
vermehrungsunfähig. Da Viren keinen eigenen Stoffwechsel
haben und ihnen die Fähigkeit zur selbstständigen
Vermehrung fehlt, ist eine Behandlung mit Antibiotika
nicht möglich. Da ein mit Viren befallener Organismus in
fast allen Fällen mit hohem Fieber reagiert, ist eine
Gabe von fiebersenkenden Präparaten angeraten. Durch die
geschwächten Abwehrkräfte kommt es häufig zu
Sekundärinfektionen durch Bakterien, die dann wiederum
durch eine antibiotische Therapie gezielt behandelt
werden müssen. Zum Schutz vor vielen Virusinfektionen
sind Impfungen möglich.
Pilze
gehören zu der Domäne der Eucarya. Diese Domäne umfasst
alle Lebewesen, die einen echten Zellkern besitzen.
Kontakt zu einem an einer Pilzinfektion erkranktem Tier
führt zu einer Ansteckung. Bei Hautpilzen kann jede
Hautzelle und jedes Tierhaar u.U. einen Infektionsträger
darstellen.
Bei den meisten
Pilzinfektionen handelt es sich um Zoonosen*!
Zoonosen sind Krankheiten, die unter natürlichen
Bedingungen vom Tier auf den Menschen und umgekehrt
übertragbar sind.
Parasiten:
Durch Protozoen hervorgerufene Krankheiten, wie z. B.
Toxoplasmose
Durch
Würmer
verursachte Krankheiten (z. B. Bandwürmer, Spulwürmer)
Durch
Insekten
hervorgerufene
Krankheiten (Flöhe, Zecken, Milben, etc.) Bei den
meisten Pilzinfektionen handelt es sich um Zoonosen.
Zoonosen sind Krankheiten, die unter natürlichen
Bedingungen vom Tier auf den Menschen und umgekehrt
übertragbar sind.
Zoonosen:
Zu den
wichtigsten bei Hund und Katze vorkommenden Zoonosen
gehören:
-
Tollwut
(Erreger: Virus). Übertragung durch Bisse und
Eindringen des Virus in die Blutbahn
-
Salmonellen
(Erreger: Bakterien). Ausscheidung mit dem Kot,
Infektionen durch Verzehr verunreinigter
Nahrungsmittel
-
Toxoplasmose
(Erreger: Protozoen). Infektion durch orale
Aufnahme. Katzen scheiden Eier mit dem Kot aus -
auch einige Tage alter Kot ist noch infektiös. Eine
weitere Infektionsquelle für den Menschen ist z.B.
rohes Schweinemett
-
"Katzenkratzkranheit"
(Erreger: Bakterien). Übertragung durch Biss- und
Kratzverletzungen. Symptome beim Menschen sind
hochgradige Entzündungen der Lymphbahnen, zum Teil
nässender Ausschlag und hohes Fieber. Bei Katzen
verläuft diese Erkrankung meist symptomlos
-
Hautpilze.
Übertragung durch Kontakt. häufigste Zoonose bei
Tierpflegepersonal
-
Würmer
(Spul und Bandwürmer). Bedeutsam u.a. der
Fuchsbandwurm. Orale Infektion, erkrankte Organismen
scheiden die Eier mit dem Kot aus.
nach oben
Impfen
Regelmässig geimpfte Hunde sind zu ihrem eigenen
Schutz, aber auch zum Schutz anderer Hunde, Tiere und
natürlich zum Schutz der Mitmenschen geimpft. Geimpft wird nur
ein gesunder und parasitenfreier Hund. Spreche Sie mit
dem Tierarzt ab, welche Impfung wann
sinnvoll und nötig
ist.
Staupe
Die Staupe ist eine hoch ansteckende
Virusinfektion. Sie kann sehr
unterschiedlich verlaufen, bleibende
Schäden hinterlassen oder gar
tödlich enden. Besonders gefährdet
sind Hundewelpen in den ersten
Lebenswochen, aber auch ältere Hunde
können erkranken.
Heute lassen viele Hundebesitzer ihr
Tier gegen Staupe impfen. Daher ist
die Krankheit in der Schweiz relativ
selten geworden. Dennoch bricht sie
in vielen Ländern gelegentlich noch
aus. So gab es Mitte der
Neunzigerjahre in Finnland eine
Epidemie mit mindestens 5'000 Fällen
bei Hunden. Staupe kann auch bei
Füchsen ausbrechen, so wurden seit
Februar 2008 in Berlin 45 Füchse in
verschiedenen Berliner Bezirken mit
positiven Ergebnis auf Staupe
untersucht.
Infizierte Tiere scheiden die Viren
mit allen Körperflüssigkeiten aus.
Ihr Hund kann sich im Kontakt mit
einem anderen Hund anstecken.
Wildtiere wie Füchse, Marder und
Frettchen können die Staupe
ebenfalls übertragen.
Erste Krankheitsanzeichen der Staupe
treten rund eine Woche nach der
Ansteckung auf. Manche Tiere
scheiden daher Erreger aus, wenn sie
noch gesund scheinen.
So
äussert sich die Krankheit
Der erkrankte Hund hat
zunächst hohes Fieber, zeigt
Appetitlosigkeit und Mattigkeit. Die
Staupe kann sich in drei
Symptomenkomplexen äussern, die sehr
unterschiedlich sind. Sie können
einzeln, aber auch in Kombination
auftreten:
-
Lungenform: Einfacher Husten,
klarer bis eitriger Nasen- und
Augenausfluss, bis hin zu einer
Lungenentzündung.
-
Darmform: Mehr oder weniger
heftiger Durchfall und
Erbrechen.
-
Nervenform: Zum Beispiel
Lähmungen, Bewegungsstörungen,
Gleichgewichtsstörungen,
Kopfschiefhaltung, Krämpfe oder
Verhaltensveränderungen.
Oft
verändert sich als
Begleiterscheinung die Haut. Die
Hornhaut an Schnauze und
Pfotenballen ist verdickt.
Eine spezifische Behandlung der
Staupe gibt es nicht. Wichtig ist
daher die Prävention: Jeder Hund
sollte gegen Staupe geimpft werden.
nach oben
Parvovirose
Die Parvovirose
wird durch das
canine
Parvovirus
verursacht. Die
Parvovirose ist
eine schwere
Krankheit, die
tödlich
verlaufen kann.
Ende der 70er
Jahre erkrankten
zum ersten Mal
zahlreiche Hunde
an der
Parvovirose. In
der Schweiz wird
diese Erkrankung
nicht häufig,
aber immer
wieder
festgestellt.
Der Erreger ist
sehr resistent;
er kann in der
Umgebung eines
Hundes bis zu
einem Jahr lang
überleben.
Infizierte Hunde
scheiden
Parvoviren in
hohen Mengen mit
dem Kot aus.
Virushaltiger
Kot ist daher
die Hauptursache
für die
Ansteckung und
Verbreitung der
Krankheit. Ihr
Hund kann
angesteckt
werden, wenn er
in Kontakt mit
infiziertem Kot
gerät, kranke
Artgenossen
beschnüffelt
oder mit ihnen
spielt.
Sie können Ihren
Hund indirekt
anstecken, wenn
z.B. infizierter
Kot an Ihren
Schuhen haftet
oder Sie andere
Hunde streicheln
und anfassen. So
tragen Sie die
Viren weiter,
ohne es zu
merken.
So äussert sich
die Krankheit
Die Parvovirose
bricht 3 bis 7
Tage nach der
Ansteckung aus.
Sie beginnt mit
Fieber und
Mattigkeit. Die
Hauptsymptome
sind dann
massives
Erbrechen und
starker, oft
blutiger
Durchfall.
Besonders
anfällig auf
Parvovirose sind
Welpen: Über 80
Prozent der
Welpen sind im
Alter von sechs
Wochen nicht
mehr ausreichend
gegen
Parvovirose
geschützt. Bei
Welpen verläuft
die Parvovirose
hoch akut und
häufig tödlich.
Mit intensiver
und aufwändiger
Therapie kann
jedoch ein
Grossteil der
Welpen gerettet
werden.
Im
Krankheitsfall
können nur die
richtigen
Hygienemassnahmen
und eine
gründliche
Desinfektion die
Verbreitung der
Viren
verhindern.
Erkrankte Hunde
brauchen sofort
tierärztliche
Intensivbehandlung
und müssen von
anderen Tieren
isoliert werden.
Da es gegen das
Parvovirus
selber keine
Medikamente
gibt, können nur
Symptome
bekämpft werden.
Wichtig ist
daher die
Prävention:
Jeder Hund
sollte gegen
Parvovirose
geimpft sein.
nach oben
Leptospirose
Die Leptospirose, auch Stuttgarter Hundeseuche oder Weil’sche Krankheit genannt, wird durch Bakterien verursacht. Auch der Mensch kann sich anstecken. Die Krankheit ist gefährlich und kann tödlich enden.
Die Bakterien, so genannte Leptospiren, werden hauptsächlich über den Harn von infizierten Nagern (z.B. Ratten, Mäuse) oder anderen Hunden übertragen. Ihr Hund kann sich auch ohne direkten Kontakt mit diesen Tieren anstecken. Denn eine Hauptansteckungsquelle sind Gewässer, die mit infiziertem Harn verunreinigt sind. Der Erreger kann über längere Zeit zum Beispiel in Pfützen überleben. Hunde, die daraus trinken, können sich auf diesem Weg anstecken.
Infizierte Hunde können monate- bis jahrelang in unregelmässigen Abständen Leptospiren über den Harn ausscheiden.
So äussert sich die Krankheit
Die Leptospirose bricht eine bis zwei Wochen nach der Ansteckung aus. Die Symptome sind oft schwierig zu deuten. In schweren Fällen beginnt die Krankheit mit plötzlicher Schwäche, Ihr Hund verweigert das Futter, erbricht und hat Fieber. Weitere Anzeichen sind Atembeschwerden, vermehrter Durst und häufiger Harnabsatz. Später können Muskelschmerzen und Gelbsucht auftreten. Der Hund erhebt sich nur ungern und reagiert empfindlich bei Druck auf die Nierengegend. Die Leptospirose kann Nieren und Leber schädigen und tödlich verlaufen. Heutzutage sind Fälle mit Nierenversagen häufiger, wobei die Tiere teils nur noch durch eine Hämodialyse gerettet werden können.
Die Leptospirose ist eine sogenannte Zoonose, d.h. die Bakterien können auch Menschen befallen, wenn sie mit Harn von infizierten Tieren in Kontakt kommen. Die Symptome entsprechen denjenigen des Tieres
Die Leptospirose wird mit Antibiotika und allgemein unterstützenden Massnahmen behandelt. Als Besitzer/-in eines erkrankten Hundes sollten Sie rigorose Hygienemassnahmen einhalten. Wichtig ist die Prävention: Jeder Hund sollte gegen die Leptospirose geimpft sein.
nach oben
Zwingerhusten
Der Zwingerhusten (infektiöse Bronchitis) ist eine so genannte Mischinfektion: Verschiedene Erreger können allein oder in Kombination ähnliche Symptome verursachen. Zu diesen Erregern gehören Viren (z.B. Parainfluenzavirus, Adenovirus) und Bakterien (z.B. Bordetella bronchiseptica, Mykoplasmen).
Der Zwingerhusten ist eine hoch ansteckende Erkrankung der Atemwege. Er verbreitet sich vor allem dort, wo Hunde auf engen Raum Kontakt zu Artgenossen haben: In Hundepensionen, Tierheimen, auf Hundesportplätzen, Zuchten mit vielen Junghunden, in Ausstellungen usw.
Grundsätzlich kann sich jedoch jeder Hund anstecken, der beim Auslauf mit Artgenossen in Kontakt kommt. Die Ansteckung erfolgt durch feinste Tröpfchen, die der erkrankte Hund beim Ausatmen oder Husten ausscheidet.
So äussert sich die Krankheit
Typisches Anzeichen eines Zwingerhustens ist ein trockener Husten. Der Husten tritt in Anfällen auf, die heftig sein können. Der Husten ist dann bellend, sehr unangenehm und schmerzhaft. Zwingerhusten beeinträchtigt das Allgemeinbefinden und die Leistungsfähigkeit des Hundes stark.
Die Hustenanfälle können Tage bis Wochen dauern und sind für Ihren Hund wie auch für Sie eine grosse Belastung.
Zwingerhusten ist oft selbstlimitierend, der erkrankte Hund erholt sich in der Regel vollständig. Allerdings kann es bei einem komplizierten Verlauf zu einer Lungenentzündung kommen, welche je nach Erreger mit Antibiotika und anderen Medikamenten behandelt werden muss.
Gegen den Zwingerhusten gibt es eine Impfung.
nach oben
Tollwut
Die Tollwut gehört zu jenen Viruserkrankungen, die am längsten bekannt sind. Sie ist nach wie vor eine der gefährlichsten Virusinfektionen für Mensch und Tier. Sie ist unheilbar.
Empfänglich für Tollwut sind alle Warmblüter. Hauptüberträger sind wild lebende Fleischfresser, vor allem Füchse. Das Virus wird auch bei Fledermäusen nachgewiesen.
Infizierte Tiere übertragen die Tollwutviren mit ihrem Speichel, meist durch einen Biss. Von der Bissstelle wandert das Virus entlang der Nervenbahnen ins Gehirn.
Das Virus kann aber auch über Hautverletzungen wie zum Beispiel Schürfwunden in den Körper gelangen. Berühren Sie daher nie mit blosser Hand einen überfahrenen Fuchs, aber auch keine Wildtiere oder Fledermäuse, die Ihnen besonders zutraulich erscheinen.
So äussert sich die Krankheit
Bis der infizierte Hund an Tollwut erkrankt, können 14 bis 30 Tage vergehen. In seltenen Fällen dauert es sogar noch länger.
Die Erkrankung kann in zwei Formen auftreten:
- Verhaltensänderung: Wilde Tiere werden zahm oder überwinden ihre Wasserscheu. Andere werden scheu oder verkriechen sich («stille» Wut).
- Erregungszustände: Aggressivität, Beisswut, Raserei («rasende» Wut).
Die Erkrankung führt zu fortschreitenden Lähmungserscheinungen verschiedenster Muskeln. Häufig kann das Tier nicht mehr schlucken, es speichelt, kann nicht mehr trinken und erstickt schlussendlich wenn auch die Atemmuskulatur gelähmt wird.
In der Schweiz ist die Tollwut seit 1999 offiziell ausgerottet. Für Haustiere besteht daher in der Regel keine Gefahr. Weltweit sterben jedoch jährlich immer noch 50'000 infizierte Menschen und hunderttausende von Tieren an Tollwut. Hunde, die aus Ländern eingeführt werden, in denen Tollwut vorkommt, können das Virus in sich tragen und stellen eine Gefahr für Mensch und Tier in der Schweiz dar.
Gegen Tollwut schützt nur eine Impfung. Für Hunde, die ins Ausland reisen, ist sie vorgeschrieben.
nach oben
Borreliose
Die Borreliose, auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt, wird durch Bakterien verursacht. Sie kann zu Schäden an Gelenken und Organen führen.
An Borreliose können Säugetiere, Vögel und auch Menschen erkranken. Überträger ist der gemeine Holzbock, eine Zeckenart. Borreliose ist auf der nördlichen Erdhalbkugel die häufigste von Zecken übertragene Erkrankung.
Der Holzbock lebt in Wäldern, Gebüschen, Parkanlagen und Gärten. Die Zecke kriecht auf den Hund und sucht sich eine geeignete Stelle, um ihn zu beissen. Dabei ernährt er sich von seinem Blut. Geht der gleiche Holzbock auf einen anderen Hund über, überträgt er die Bakterien auch auf ihn.
Die Bakterien, so genannte Borrelien, vermehren sich im Darm der Zecke. Während die Zecke Blut saugt, müssen die Bakterien zur Bissstelle wandern. Das dauert mindestens 12 Stunden, damit können die Bakterien erst dann auf den Hund übertragen werden. Wenn Sie die Zecke früh genug entfernen, können Sie also verhindern, dass Ihr Hund infiziert wird. Je länger die Zecke gesaugt hat, umso höher ist das Risiko einer Erkrankung.
Das Risiko, dass sich Ihr Hund mit Borreliose ansteckt, ist im Frühjahr und im Herbst am grössten. Zecken können aber das ganze Jahr über vorkommen.
So äussert sich die Krankheit
Während der Erkrankung durchläuft der Hund mehrere Stadien:
- Typische Symptome sind zunächst Fieber, Appetitlosigkeit und Teilnahmslosigkeit.
- Zwei bis drei Monate nach dem Biss entzünden sich Gelenke, die nahe der Bissstelle liegen. Die Gelenkentzündung kann zu Lahmheiten führen.
- Im weiteren Verlauf wechseln Schübe von Lahmheiten mit Phasen der Besserung ab.
- Im späten Stadium werden Gelenke, Nieren und das Herz geschädigt.
Das beim Menschen zuerste erscheinende Borreliose-Symptom, die sich ausdehnende ringförmige Rötung einer Bissstelle, tritt beim Hund nicht auf.
Borreliose kann mit Medikamenten behandelt werden; die Borrelien werden dadurch jedoch meist nicht vollständig eliminiert.
Massnahmen gegen Borreliose
Suchen Sie Ihren Hund nach jedem Spaziergang nach Zecken ab. Entfernen sie die Zecken sofort – am besten mit einer speziellen Zeckenzange – und machen Sie diese unschädlich.
Schützen Sie Ihren Hund gegen Zeckenbefall, da Zecken neben Borrelien auch andere Krankheitserreger übertragen.
nach oben
Herpesinfektion
Die Herpesinfektion des Hundes, auch «infektiöses Welpensterben» genannt, wird durch ein Herpesvirus verursacht. Neugeborene, schwache und junge Welpen können daran sterben.
Das canine Herpesvirus – Herpesvirus des Hundes – wurde Mitte der 60er Jahre entdeckt, als in den USA viele neugeborene Welpen schwer erkrankten und starben. Denn das Virus wird vor allem über die Schleimhäute der Geburtswege ausgeschieden. Eine Ansteckung über die Schleimhäute des Nasen-Rachenraums ist jedoch ebenfalls möglich.
Gefährlich ist das Virus vor allem in Hundezuchten. Ist eine Zucht vom caninen Herpesvirus betroffen, kann eine Infektion dazu führen, dass bis zu 80 Prozent der Welpen sterben. Besonders gefährdet sind schwache Welpen, die unter drei Wochen alt sind.
Hauptüberträgerin des caninen Herpesvirus ist die infizierte Mutterhündin. Dass sie selber erkrankt ist selten und nur bei jungen Hündinnen oder Erstinfektionen wahrscheinlich. Das Virus kann aber Fruchtbarkeitsstörungen verursachen.
Die Infektion der Mutterhündin kann zu Sterilität, Missbildungen, Früh- oder Totgeburten führen. Die Mutterhündin kann ihre Jungen auch während der Geburt anstecken.
So äussert sich die Krankheit
Die ersten Anzeichen der caninen Herpesvirose sind Durchfall und Erbrechen. Nach diesen ersten Symptomen können die Welpen noch munter erscheinen. Wenig später wollen sie jedoch nicht mehr saugen, sie wimmern, strampeln und verlieren rasch an Gewicht. Manchmal treten zusätzlich Atembeschwerden oder Haut- und Schleimhautblutungen auf.
Welpen, welche die Infektion überleben, tragen das Herpesvirus lebenslang. Im Verlauf ihres Lebens kann der infizierte Hund das Virus schubweise ausscheiden. Dies geschieht vor allem bei Stresssituationen: z.B. bei Erkrankungen, Geburt, Ausstellungen usw. So steckt er wiederum andere Hunde an.
Der Erreger der caninen Herpesvirose kann nicht direkt bekämpft werden. Erkrankte Welpen haben eine gewisse Überlebenschance, wenn sie möglichst schnell in eine warme Umgebung gebracht werden, wo ihre Körpertemperatur konstant bleibt. Damit wird die Vermehrung des Virus soweit gedrosselt, dass es keine Krankheit mehr verursachen kann. Gegen eine Herpesinfektion gibt es eine Impfung.
nach oben
Babesiose
Die Babesiose (auch Piroplasmose oder umgangssprachlich Hundemalaria genannt) wird von einzelligen Parasiten namens Babesien verursacht. Der Parasit vermehrt sich in den roten Blutkörperchen des Hundes und zerstört sie. Die Babesiose ist eine ernsthafte Erkrankung, die zum Tod führen kann.
Überträgerinnen der Babesiose sind die so genannte Auwaldzecke und die braune Hundezecke (v.a. im Mittelmeergebiet). Die Auwaldzecke lebt in Wäldern, Gebüschen, Parkanlagen, Gärten und sogar in kurzgeschnittenem Gras. Die Zecke kriecht auf den Hund und sucht sich eine geeignete Stelle, um ihn zu beissen. Dabei ernährt sie sich von seinem Blut und überträgt die Parasiten. Geht die gleiche Zecke auf einen anderen Hund über, überträgt sie den Parasiten auch auf ihn.
Typischerweise tritt Babesiose häufig in Mittelmeerländern wie z.B. Frankreich oder Spanien auf, aber auch in Zentraleuropa (Ungarn, gewisse Gegenden in Deutschland). Auch in der Schweiz gibt es Regionen, in welchen babesieninfizierte Zecken gefunden werden und Hunde erkranken können (z.B. im Raum Genfersee, Tessin), jedoch sind auch bereits Fälle ausserhalb dieser Zonen aufgetreten.
Das Risiko, dass sich Ihr Hund mit Babesiose ansteckt, ist im Frühjahr und im Herbst am grössten. Zecken können aber das ganze Jahr über vorkommen.
So äussert sich die Krankheit
Die ersten Symptome der Babesiose zeigen sich zwei Tage bis zwei Monate nach der Ansteckung.
Die häufigsten Anzeichen sind plötzliches hohes Fieber, Abgeschlagenheit (Apathie), Appetitverlust, Erbrechen und Durchfall. Ein bis zwei Tage später tritt Blutarmut auf. Durch den Abbau der roten Blutkörperchen kann es auch zu einer bräunlichen Verfärbung des Urins oder zur Gelbverfärbung der Schleimhaut kommen.
Manchmal kommt es zu Abnormalitäten des Nervensystems oder Muskelschwäche. Auch Nierenversagen kann auftreten.
Die Krankheit verläuft leichter oder schwerer. Je nach dem, wie stark die Infektion und wie widerstandskräftig das Immunsystem Ihres Hundes sind. Erkrankte Tiere gehören zum Tierarzt; ohne Behandlung kann Ihr Hund innerhalb weniger Tage sterben.
Massnahmen gegen Babesiose
Suchen Sie Ihren Hund nach jedem Spaziergang nach Zecken ab. Entfernen sie die Zecken sofort – am besten mit einer speziellen Zeckenzange – und machen Sie diese unschädlich.
Schützen Sie Ihren Hund mit einem Tierarzneimittel gegen Zeckenbefall, da Zecken neben Babesien auch andere Krankheitserreger übertragen.
Leben Sie in einem Gebiet, in dem babesieninfizierte Zecken vorkommen? Oder ist Ihr Reiseziel ein solches Risikogebiet?
Gegen Babesiose gibt es eine Impfung. Informieren Sie sich frühzeitig vor Beginn der Zeckensaison oder vor Ihrer Reise.
nach oben
Ansteckende Leberentzündung Die ansteckende Leberentzündung des Hundes (Hepatitis contagiosa canis) wird durch das canine Adenovirus verursacht. Das Virus ist hoch ansteckend. In einigen Fällen kann die Hepatitis mild verlaufen. Häufig jedoch entwickelt sich eine schwere Krankheit, die tödlich enden kann. Hauptüberträger der Hepatitis sind kranke, aber auch gesund erscheinende Hunde. Weil das Virus lange ansteckend bleibt und auch indirekt übertragen werden kann, kann sich Ihr Hund auch dann anstecken, wenn er keinen direkten Kontakt mit infizierten Artgenossen hat. Tiere, welche die Erkrankung überstanden haben, können noch monatelang Hepatitisviren ausscheiden und verbreiten. So äussert sich die Krankheit Einige Tage nach der Ansteckung mit dem Hepatitisvirus hat Ihr Hund Fieber, ist müde, hat vermehrt Durst und verliert den Appetit. Im weiteren Verlauf kommt es zu Augen- und Nasenausfluss und Erbrechen. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer Leber- oder Nierenschädigung. Der Hund hat Durchfall und Bauchschmerzen. Er krümmt den Rücken und ist in der Leberregion, das heisst hinter dem Rippenbogen, berührungsempfindlich. Vor allem bei Welpen endet die Hepatitis oft tödlich. Manche Tiere sterben bereits, bevor die Krankheit erkannt wird. Nach einer Genesung kann es zu einer Hornhauttrübung am Auge mit evt. Erblindung kommen («Hepatitis blue eye»). Häufig muss der an Hepatitis erkrankte Hund beim Tierarzt stationär behandelt werden. Die Erholung kann lange dauern. Nicht selten bleiben schwere Organschäden oder eine chronische Hepatitis zurück.
nach oben
Was ist ein Gentest?
Für einige Hunderassen
gibt es bereits spezifische Gentests, die es
ermöglichen, „normale“ Hunde von Hunden, die
„Träger“ eines spezifischen mutierten Gens sind, zu
unterscheiden.
Genaugenommen wird in 3 Kategorien unterschieden:
- Normal (homozygot
normal)
- Träger (heterozygot)
- Betroffen (homozygot
betroffen)
Erklärung: Jedes
Chromosom und somit auch Gen ist doppelt vorhanden
(je ein Chromosomensatz vom Vater und von der
Mutter). Die Ausprägung eines Gens (Allel) kann
jedoch unterschiedlich sein.
Ist die Ausprägung beider entsprechender Gene
gleich, so ist das Individuum homozygot.
Ist die Ausprägung beider entsprechender Gene
ungleich, so ist das Individuum heterozygot.
In Bezug auf
Erbkrankheiten basierend auf einer Gen-Mutation gilt
Folgendes:
- Sind beide Ausprägungen
eines Gens (beide Allele) normal, so ist der Hund
homozygot „normal“.
- Ist ein Allel normal
und das andere mutiert, so ist der Hund heterozygot
und gilt als „Träger“ des mutierten Gens, wird aber
selber nicht erkranken, wenn es sich um eine
rezessiv erbliche Krankheit handelt;
- Sind beide Ausprägungen
eines Gens (beide Allele) mutiert, so ist der Hund
homozygot „betroffen“ und erkrankt im Laufe seines
Lebens an der spezifischen Erbkrankheit.
Im Unterschied zu
rezessiv erblichen
Krankheiten, wo beide
Ausprägungen des Gens (Allele) mutiert sein müssen,
damit es zum Auftreten der Erbkrankheit kommt, ist
bei dominant erblichen
Krankheiten bereits die Mutation
eines Allels ausreichend für das Auftreten
der spezifischen Erbkrankheit.
Handelt es sich um eine
rezessiv erbliche Krankheit, so werden oftmals
„Träger“ (Hunde, die heterozygot für die spezifische
Mutation sind) zur Zucht zugelassen mit der Auflage,
dass sie nur mit „normalen“ Hunden gepaart werden.
Aus der Paarung eines „Trägers“ mit einem „normalen“
Hund entstehen Nachkommen, die entweder „normal“
sind oder selber wiederum „Träger“ sind, jedoch
keine Nachkommen, die an der spezifischen Mutation
erkranken.
Da weder „normale“ Hunde noch „Träger“ klinisch
erkranken, können solche Hunde nur mittels Gentest
unterschieden werden.
Mögliche
Resultate bei einem Gentest
|
| Genotyp |
Bedeutung |
Zuchtempfehlung |
Risiko für Erbkrankheit |
| Homozygot
normal |
Normal |
Kann mit
jedem Hund gepaart werden |
Sehr gering |
| Heterozygot
|
Träger |
Sollte nur
mit normalen Hunden gepaart werden |
Sehr gering |
|
Homozygot
betroffen |
Betroffen |
Sollte nur
mit normalen Hunden gepaart werden
(möglichst aus der Zucht
ausschliessen) |
Sehr hoch |
Vorteile des Genests
Der
Vorteil von Gentests ist, dass bereits bei Welpen
und jungen Hunden VOR einem möglichen Zuchteinsatz
getestet werden kann, ob der Hund „normal“, „Träger“
oder „betroffen“ ist.
Da
viele Erbkrankheiten erst im Laufe des Lebens
klinisch erkennbar werden (obwohl die Genmutation
bereits von Anfang an vorhanden ist), kann es
passieren, dass Hunde bereits zur Zucht eingesetzt
wurden, und erst später die Diagnose einer
Erbkrankheit gestellt wird. Somit haben sich über
viele Jahre diverse Erbkrankheiten ausgebreitet.
Viele
erbliche Augenerkrankungen sind rezessiv vererbt, d.
h. für eine klinische Erkrankung muss der Hund das
mutierte Gen doppelt in sich tragen. Wird nun ein
„Träger“ oder ein „betroffener“ Hund mit einem
„normalen“ Hund gepaart, so entstehen nur „Träger“
oder „normale“ Hunde, jedoch keine „betroffenen“
Hunde.
Grenzen des Gentestes
Gentests erlauben den Nachweis für nur jeweils eine
Mutation eines spezifischen Gens.
Kann eine Erbkrankheit jedoch von mehreren
verschiedenen Mutationen oder von mehreren
verschiedenen Genen verursacht werden, so kann der
Hund zwar „normal“ sein in Bezug auf die getestete
Mutation des getesteten Gens, aber dennoch
erkranken, falls er ein anderes mutiertes Gen
(homozygot) trägt, das ebenso das gleiche
Krankheitsbild auslösen kann.
Leider ist es unbekannt, wie viele Mutationen in
jeder Hunderassen existieren. Ausserdem können neue
Spontanmutationen zu neuen Erbkrankheiten führen.
Wichtig
zu wissen ist auch, dass es neben jenen erblichen
Augenerkrankungen, die mittels Gentest festgestellt
werden können, auch viele Augenerkrankungen gibt,
für die es keine Gentests gibt, oder die nicht
erblich sind. Daher kann ein Gentest eine
Vorsorgeuntersuchung
nicht ersetzen, aber ergänzen.
ein Blutproben-Archiv für Boston Terrier?
Im Institut für
Genetik werden die molekulargenetischen Ursachen von Erbkrankheiten und
anderen erblichen Merkmalen bei Haus- und Nutztieren erforscht.
Weiterhin beteiliget sich das Institut für Genetik an den
internationalen Anstrengungen zur Analyse der Genome von Hund, Pferd und
Schaf.
Mit dem Aufbau eines
Blutproben-Archivs wird es möglich, an
zukünftigen, (rassespezifischen) Forschungsprojekte
teilzunehmen
Wo kann ich einen Gentest durchführen lassen?
Gentests werden u. a. von
Animal Health Trust,
UK und
OptiGen, USA angeboten. Bitte informieren Sie sich auf diesen
Seiten über angebotene Tests, Versandt, Kosten, etc.
Für die Durchführung eines Gentests wird meistens
etwas Blut von Ihrem Hund benötigt (in einigen
Fällen genügt auch Speichel). Die Probenentnahme
wird in der Regel vom Tierarzt durchgeführt.
nach oben
Katarakt
Jede Trübung der Linse,
unabhängig von der Beeinträchtigung des Sehvermögens und
des Trübungsgrades bzw. der Ausdehnung der Trübung wird
als Katarakt bezeichnet.
Das Wort Katarakt stammt von dem griechischen Wort "Kataruraktes"
= Wasserfall ab. Die Griechen vermuteten hinter der
Pathogenese ein Herunterfallen von Gehirnsubstanz in die
Augen, wodurch die Linsentrübung verursacht wurde.
Ein Katarakt kann uni- oder bilateral sowohl symmetrisch
als auch asymmetrisch auftreten. Sie kann progressiv,
stationär, aber auch regressiv sein.
Die Krankheit kann nach ihrem Entwicklungsstadium (Grad
der Trübung), der Lokalisation, dem Erscheinungsbild,
dem Zeitpunkt des Auftretens (Manifestationsalter) und
der Ätiologie klassifiziert werden
Cataracta matura
Die Cataracta matura stellt eine vollständige
Trübung der Linse dar. Da einfallendes Licht von der
Linse fast vollständig reflektiert wird, resultiert
daraus die Blindheit des Hundes. Die Lichtreflexion des
Tapetum lucidum ist bei der Untersuchung nicht mehr
sichtbar.
Cataracta hypermatura
In der komplett getrübten Linse bewirken Enzyme,
die durch die Degeneration und Ruptierung von
Linsenfasern freigesetzt werden, eine Proteolyse vor
allem im Bereich des Kortex. Die aufgelösten Proteine
und die Konistenzänderung im Inneren der Linse bewirken
eine Tonusänderung bei intakter Linsenkapsel. Deshalb
ist in diesem Stadium eine charakteristische
Faltenbildung auf der vorderen Linsenkapseloberfläche
sichtbar. Häufig werden kleine glitzernde Kristalle als
Reste degenerativer Linsenfasern und Proteine
beobachtet. Abhängig von dem Ausmass der
Resorptionsprozesse kann bei der Untersuchung wieder ein
Lichtreflexion des Tapetum lucidum festgestellt werden.
Unter Umständen stellt sich die Sehkraft ebenfalls
abhängig vom Ausmaß der Resorptionsprozesse wieder ein.
Lokalisation
Der Katarakt kann in der Kapsel, in der
Rindenschicht, in dem Bereich des Pols, des Äquators,
des Kerns und des Linsensterns lokalisiert sein.
Trübungen der Kapsel, der Rindenschicht und des Pols
können in den vorderen oder/und hinteren Abschnitten
dieser Gewebe auftreten.
 |
Erscheinungsbild
Der Katarakt kann auch nach dem Erscheinungsbild
klassifiziert werden. Dabei werden Stachelform,
Keilform, Speichenform, sonnenblumen-, sternen-, punkt-
und pulverförmige Trübungen unterschieden werden. |
 |
Manifestationsalter
Nach dem Zeitpunkt des Auftretens des Katarakt
werden der kongenitale, der juvenile und der senile
Katarakt unterschieden. |
Kongenitaler Katarakt
Ein kongenitaler Katarakt liegt vor, wenn die
Krankheit sich bereits bei der Geburt bzw. bis zur
achten Lebenswoche manifestiert.
Pathogenetisch führt die Unterbrechung des
Linsenwachstums während der ersten Differenzierung der
Linsenfasern zu einer nucleären Katarakt, wobei zum Teil
eine Beteiligung der vorderen und hinteren Rindenschicht
beobachtet werden kann. Die kongenitale Katarakt ist
nicht generell erblich, da sie durch toxische Einflüsse
und Infektionen der Welpen im Uterus ausgelöst werden
kann. In der Regel ist diese Katarakt nicht progressiv.
Eine kongenitale Katarakt kann zusammen mit anderen
angeborenen Augenanomalien wie Mikrophthalmus,
Retinadysplasie (RD), Membrana pupilaris persistens (MPP),
Linsenkolobomen und Persistierender Hyperplastischer
Tunica Vasulosa Lentis (PHTVL)/Persistierendem Primärem
Vitreum (PHPV) auftreten.
Juveniler Katarakt
Als juvenil wird ein Katarakt bezeichnet, wenn die
Erkrankung zwischen der achten Lebenswoche und dem
sechsten Lebensjahr auftritt. Erbliche Katarakte
manifestieren sich häufig während dieser Lebensphase.
Eine erbliche Genese ist insbesondere dann in Betracht zu
ziehen, wenn Traumata, systemische Erkrankungen und
Vergiftungen als auslösendes Agens ausgeschlossen werden
können. Die Progression hängt von der Ätiologie ab.
Seniler Katarakt
Ein seniler Katarakt liegt vor, wenn sich die
Linsentrübung bei großen Rassen nach dem sechsten und
bei kleinen Rassen nach dem zehnten Lebensjahr
einstellt.
Sie darf nicht mit der physiologischen Alterssklerose,
die durch eine Verdichtung der Linsenfasern im
Linsenkern verursacht wird, verwechselt werden.
Die Diagnose Alterskatarakt darf bei Rassen, für die
eine erbliche Disposition nachgewiesen ist oder vermutet
wird, nicht allein aufgrund des fortgeschrittenen Alters
gestellt werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden,
dass es sich um eine atypische oder spät einsetzende
erbliche Katarakt handelt. Hinzu kommt, dass senile
Katarakte in einigen Rassen häufiger beobachtet werden
als in anderen, weshalb auch hier eine genetische
Grundlage, die zu metabolischen Funktionsstörungen der
alternden Linse führt, nicht ausgeschlossen werden kann.
Die Diagnosenstellung erfolgt also unter
Berücksichtigung der Rassendisposition und dem Verlauf
der Katarakt. In einigen Fällen kann es schwierig bis
unmöglich sein, die Diagnose sicher zu stellen.
Katarakte als Folge
anderer Augenerkrankungen:
Trübungen, die als Folge einer anderen Augenerkrankung
auftreten werden als konsekutive oder sekundäre Katarakt
bezeichnet.
Augenerkrankungen wie MPP, Glaukom, Uveitis,
Linsenluxation, Persistierende Arteria Hyaloidea und
Linsenkolombom können konsekutiv eine sekundäre Katarakt
auslösen. Die Trübungen resultieren vermutlich aus einer
durch die Erkrankungen veränderten Zusammensetzung des
für die Ernährung der Linse wichtigen Kammerwassers.
Auch bei der PRA wird häufig das Auftreten einer
Katarakt beobachtet. Es ist jedoch nicht erwiesen, ob
PRA die Katarakt durch biochemische Prozesse hervorruft
oder ob Katarakt und PRA eine gemeinsame genetische
Ursache haben. Wasserlösliche Dialdehyde, die aus der
Photorezeptorenlipidmembran stammen und durch den
Glaskörper bis zur Linsenmembran diffundieren, werden
als toxisches Agens diskutiert. Für diese These spricht,
dass sich die Katarakt zuerst an den hinteren Nahtlinien
manifestiert, also der Lokalisation, die das toxische
Agens zuerst erreicht.
Katarakte als Folge systemischer Erkrankungen
Hunde, die an Diabetis mellitus erkranken zeigen häufig
eine Katarakt. Die Störung des Linsenmetabolismus
infolge der hohen Konzentration der Blutglukose führt zu
einer schnell fortschreitenden bilateralen Katarakt, die
zuerst die hinteren Linsennähte erfasst und sich dann
auf die gesamte Linse ausdehnt.
Hypocalcemie, die durch Nierenfunktionsstörungen und
Hypoparathyreodismus hervorgerufen wird, kann zu
punktförmigen multifokalen Trübungen (Cataracta tatanica)
des vorderen und hinteren Linsenkortes führen. In der
Regel sind diese Trübungen nicht progressiv und gehen
nicht mit einem Visusverlust einher.
Toxisch bedingte Katarakte
Da Hunde häufig als Versuchstiere für Toxizitätsstudien
neuer medikamente eingesetzt werden, konnte beim Hund
für einige Substanzen die kataraktogene Wirkung
nachgewiesen und erforscht werden. Zu den
Katarakt auslösenden lentotoxischen Stoffen gehören
Disophenol, Diazoxid,
Hydroxymethylglutaryl-CoA-Reduktase-Inhibitoren.
Disophenol findet sich in Antiparasitika und gehört
zur Wirkstoffgruppe gegen Nematoden (Rundwürmer).
Diazoxid wird bei der Behandlung von Bluthochdruck als
auch Diabetis sowie bei endokrinen Tumorerkrankungen
eingesetzt.
Das Enzym Hydroxymethylglutaryl-Coenzyme A (HMG-CoA)
Reduktase spielt eine wichtige Rolle in der
Cholesterinsynthese.
Sonstige nicht erbliche Katarakte
Spitze oder stumpfe Traumata können einen Katarakt
auslösen. Die Progression ist abhängig von dem Ausmaß
der Quetschung bzw. der Größe der Perforation der
Linsenkapsel. Pathogenetisch wird diese durch die
mangelnde Ernährung, bedingt durch Fibrinauflagerungen
und Synechien der Linse, hervorgerufen. Große
Linsenkapselperorationen rufen meistens progressive
Trübungen hervor, die schliesslich die ganze Linse
erfassen. Wird dabei Linsenprotein freigesetzt, das der
Körper aufgrund der abgegrenzten embryonalen Entwicklung
als immunolgisch fremd erkennt kommt es zu einer
schweren Uveitis.
Die Einseitigkeit der Katarakt, das beobachtete Trauma
oder dessen deutlich erkennbare Folgen und andere
Symptome, wie z.B. Blutungen in der vorderen
Augenkammer, ermöglichen die Unterscheidung dieser
Kataraktform.
Energiereiche Strahlen (Röntgen-, Ultraviolett-,
Infrarotstrahlung und radioaktive Strahlung) können zu
degenerativen Veränderungen des Linsenepithels führen,
wodurch die Ernährung der Linse gestört wird. Neu
gebildete Linsenfasern können in ihrer Formation
verändert werden, wodurch ebenfalls eine Katarakt
entsteht, die sich meist zuerst an den vorderen und
hinteren Linsennähten manifestiert.
Katarakte, die durch Ernährungsfehler ausgelöst werden
sind sehr selten. Grösstenteils sind diese auf einen
Mangel an essentiellen Aminosäuren, Vitaminen, speziell
Vitamine des B-Komplexes oder Kalzium zurückzuführen.
Bei Wölfen und Hunden wurde berichtet, dass bei der
Aufzucht mutterloser Welpen mit kommerziellen
Milchaustauschern bei einigen Welpen gering bis
hochgradige Katarakte beobachtet werden konnten.
Erbliche Katarakte
Die heriditäre Genese stellt beim Hund die häufigste
Ursache einer primären Katarakt dar. Die Zahl der
Rassen, für die eine Rassedisposition vermutet wird,
nimmt ständig zu.
Kongenitale Katarakte treten in den Rassen Basenji,
Beagle, Bouvier de Flandres, Chow Chow, English Springer
Spaniel, Pembroke Welsh Corgie, Somojeden und
Zwergschnauzer auf.
Am besten erforscht ist die kongenitale Katarakt beim
Zwergschnauzer, die autosomal rezessiv vererbt wird. Die
Trübung, die sich auf den Linsennucleus und z.T. den
hinteren Linsenkortex erstreckt, ist unmittelbar nach
Öffnung der Augen mit 14 Tagen feststellbar. Diese
Katarakt schreitet unterschiedlich schnell fort. Die
Isolierung eines verantwortlichen Gens war nicht
möglich.
Zu den nicht kongeniatlen Katarakten gehören
Trübungen, die sich bereits in den ersten Lebenswochen
manifestieren und die in der Regel progressiv verlaufen:
Rassen, bei denen diese frühe Form der nicht
kongenitalen Katarakt beobachtet wird sind Boston
Terrier, Deutscher Schäferhund, Zwergschnauzer, Alter
Englischer Schäferhund, Staffordshire Bullterrier,
Standard Pudel und Welsh Springer Spaniel. Der Erbgang
bei diesen untersuchten Rassen ist monogen autosomal
rezessiv. Das beim Boston Terrier mutierte Gen beim
primären Katarakt ist HSF4. Mittels eines entsprechenden
Gentestes können Träger des mutierten Gens von
Nichtträgern unterschieden werden.
Seit den Achziger-Jahre des vorigen
Jahrhunderts ist in der Schweiz kein einzigen
Boston Terrier bekannt, welcher erblich belastet
gewesen wäre.
Afganischer Windhund, Chesapeake Bay Retriever, Golden
Retriever, Labrador Retriever, Sibirian Husky,
Belgischer Schäferhund, Norwegischer Buhund und
Rehpinscher zeigen nicht kongenitale Katarakte, die sich
in einem Alter von drei bis vier Monaten bis zu einigen
Lebensjahren manifestieren. Die Trübungen beginnen im
Bereich der Nahtlinien und zeigen in der Regel eine
symmetrische dreieckige oder pyramidale Form. Der
Erbgang wird beim Chesapeake Bay Retriever, Golden
Retriever und Labrador Retriever als dominat mit
unvollständiger Penetranz vermutet. Beim Sibirian Husky
wird die Katarakt vermutlich autosomal rezessiv vererbt.
Für die Katarakt des Belgischen Schäferhundes, des
norwegischen Buhundes und des Rehpinschers ist der
Erbgang nicht bekannt.
Andere nicht kongenitale Kataraktformen wurden für den
American Cocker Spaniel und den Boston Terrier
beschrieben. Die Katarakt des American Cocker Spaniels
manifestiert sich im Alter von 2 Monaten bis zu sechs
Jahren und zeigt variierende, nicht symmetrische
Erscheinungsformen. Der Erbgang ist monogen autosomal
rezessiv. Der Boston Terrier zeigt eine anteriore
subkapsuläre speichenartige Trübung, die sich im Alter
von drei bis zehn Jahren manifiestiert und deren Erbgang
nicht bekannt ist.
Beim Tibet Terrier besteht, wie komplexe
Pedigreeanalysen und Varianzanalysen zeigten eine
genetische Disposition für eine nicht kongenitale
Katarakt. Eine polygene Vererbung erschien als
wahrscheinlicher Erbgang, jedoch konnte ein monogener
und gemischt monogener-polygener Erbgang nicht
vollständig ausgeschlossen werden.
Bei weiteren Hunderassen wird eine hereditäre nicht
kongenitale Katarakt vermutet, ein Erbgang bisher aber
noch nicht geklärt. Zu diesen Rassen gehören: Chow Chow,
Rottweiler, Dobermann, Lhaso Apso und Tibet Spaniel.
Eine Liste betroffener Rassen wird regelmäßig vom
American College of Veterninary Ophtalmologists (ACVO) -
Genetics Comitee herausgegeben.
nach oben
Wirbelsäule - Keilwirbel
Einleitendes Zitat aus der Keilwirbelstudie des DKFB:
"Im Vorfeld sei
klargestellt: alles was Sie über Keilwirbel lesen
können, basiert auf nicht fundierten Spekulationen. Hoch
interessant sind die wilden Darstellungen derer, die Sie
glauben machen wollen, irgendwelche Erkenntnisse über
Auswirkungen und Vererbung preisgeben zu können. Dieses
ist nach unserer Ansicht unseriös und basiert auf
effekthaschenden Spekulationen, da sich außer dem DKFB
e.V. (und der US-Studie von Dr. Keller) niemand so
intensiv, lang andauernd dokumentiert und konsequent mit
diesem Thema auseinandergesetzt hat.
Was ist ein
Keilwirbel?
Ein Keilwirbel ist ein
Wirbelkörper, der sich nach unten und/oder oben hin
verjüngt und ab einem bestimmten Grad dieser Verjüngung
als solcher eingestuft wird. Dafür muss jeder einzelne
Wirbel vermessen werden."
Mehr Informationen über die Keilwirbelstudie, wie
aussagekräftige Resultate entstehen, was es für eine
Rasse bedeutet, das erfahren Sie auf folgenden Seiten:
DKFB e.V. Deutscher Klub französischer Bulldoggen
(Studie)
DKFB e.V. Deutscher Klub französicher Bulldogen
(laufende Dissertation zu Keilwirbeln)
Gesunde Bulldoggen
nach oben
Hypothyreose
Dieser Artikel ist im
Hundemagazin und auf der Webseite
www.kleintiermedizin.ch
erschienen
Autorin: Dr. med. vet. Angi Keiser-Semder
Symptome
Meist betrifft es Tiere zwischen
dem zweiten und sechsten Lebensjahr. Selten erscheinen die
Symptome vor dem zweiten Lebensjahr.
Aufgrund der grossen Reservekapazität des Organismus werden
Schilddrüsenunterfunktionen erst bemerkt, wenn mindestens 50 %
des Schilddrüsengewebes ihre Funktion aufgegeben haben. Daher
bleibt die Krankheit oft während Jahren unentdeckt. Zudem
schleichen sich die Symptome nur langsam ein, sodass die
Veränderungen am Tier oft mit dem Älterwerden in Verbindung
gebracht werden.
Die Symptome sind vielfältig und reichen von Lethargie,
vermehrtem Schlafbedürfnis, traurigem Gesichtsausdruck,
Kälteüberempfindlichkeit, Gewichtszunahme bei gleicher
Futtermenge, Schluckstörung, Gesichts- und
Kehlkopfnervenausfälle bis hin zu Lahmheit.
Durch die allgemeine Dämpfung des Organismus sind auch
Herzfrequenz und Körpertemperatur häufig erniedrigt.
Häufig weisen die betroffenen Tiere Hautveränderungen,
trockenes, stumpfes Haarkleid und Haarverlust bis Kahlheit auf.
Die Haut kann sich durch eine verstärkte Pigmentierung schwarz
verfärben.
Bei beiden Geschlechtern können Störungen der Fruchtbarkeit
auftreten. Bei Hündinnen sind es meist Läufigkeitsstörungen. Es
können jedoch auch Totgeburten und Aborte auftreten. Beim Rüden
ist oft die Samenqualität vermindert.
Natürlich treten nicht immer alle diese Symptome zusammen auf.
So kann beim einen eine alleinige Schluckstörung ein Hinweis auf
das Vorliegen einer Schilddrüsenunterfunktion sein. Beim anderen
Patienten aber findet man von Hautveränderungen, über Lethargie
mit Gewichtszunahme bis hin zu Zyklusstörungen eine ganze
Palette von Symptomen.
Häufig
beobachtete Symptome
|
Allgemein |
| |
Lethargie, erhöhtes Schlafbedürfnis |
| |
Trauriger Gesichtsausdruck |
| |
Gewichtszunahme bei gleicher Fütterung |
|
Herz-Kreislaufsystem |
| |
Verringerte Herzfrequenz |
| |
Erniedrigte
Körpertemperatur |
|
Störungen der
Fortpflanzung |
| |
Läufigkeitsstörungen |
| |
Aborte |
| |
Verminderte Samenqualität |
|
Haut |
| |
Trockenes, stumpfes Haarkleid |
| |
Haarverlust bis Kahlheit |
| |
Verstärkte Pigmentierung der Haut |
| |
Hautentzündungen |
|
Nervensystem |
| |
Lahmheiten |
| |
Nervenausfälle z. B. Gesichtslähmungen,
Schluckbeschwerden, Verlust der Stimme |
Definition
Die
Hypothyreose ist eine Unterfunktion der Schilddrüse. Sie
basiert auf einer Mangelproduktion- und /oder
-versorgung des Körpers mit Schilddrüsenhormonen.
Es wird zwischen erworbenen und angeborenen
Hypothyreosen unterschieden.
Häufig verwendete Abkürzungen
|
T 4 |
Thyroxin =
Schilddrüsenhormon |
|
T 3 |
Trijodthyronin
= Schilddrüsenhormon |
|
fT 4 |
freies T 4 =
Schilddrüsenhormon |
|
TSH |
schilddrüsenstimulierendes Hormon aus der
Hypophyse |
|
TRH |
hirnanhangdrüsenstimulierendes Hormon aus dem
Hypothalamus = Thyreotropin-releasing-hormon |
Ursachen
Die angeborene Form
Die angeborene Form führt zu tot geborenen oder
lebensschwachen Welpen, welche zu verlangsamten Wachstum
bzw. Zwergwuchs neigen und häufig auch in ihrer
geistigen Entwicklung stark zurückbleiben. Solche Welpen
unterscheiden sich häufig stark in ihrem äusseren
Erscheinungsbild von gesunden Altersgenossen.
Die
erworbenen Formen
Die erworbene
Hypothyreose des erwachsenen Hundes wird zudem in eine
primäre und eine sekundäre Hypothyreose unterteilt.
Die
primär erworbene Form
Bei der primären Form kann die Schilddrüse selbst nicht
genügend Hormon produzieren. Diese Form kommt beim Hund
am häufigsten vor, kann wegen des schleichenden
Erscheinens jedoch unerkannt bleiben. Auslöser für
dieses Krankheitsbild ist eine Überreaktion des
Immunsystems gegen das eigene Schilddrüsengewebe
(Autoimmunerkrankung). Daher können im Blut auch
Antikörper gegen Schilddrüsengewebe nachgewiesen werden.
Diese Entgleisung des Immunsystems ist bis zu 95% die
Ursache. Als Folge der Selbstzerstörung führt dieser
Prozess entweder zu einer entzündlich veränderten
Schilddrüse (lymphozytären Thyreoditis), oder zu einer
Gewebsschrumpfung unbekannter Ursache (idiopathische
Atrophie des Schilddrüsengewebes). Im Laufe der Zeit
kann diese Schrumpfung im vollständigen Fehlen von
funktionellem Schilddrüsengewebe enden. Bei der
entzündlichen Veränderung hingegen, hängt die
Hormonproduktion vom Schweregrad des Krankheitsprozesses
ab, und variiert so von vollständig normal bis krank.
Man geht davon aus, dass genetische (auf Erbgrundlagen
basierende) Faktoren das Auftreten dieser Erkrankung
auslösen.
Weitere auslösende Faktoren, wie andere
Entzündungsformen, Tumoren oder Folgen eines
mechanischen Reizes sind eher selten anzutreffen. Wenn
auch beim Menschen deutlich mehr das weibliche
Geschlecht von der Hypothyreose betroffen ist (10:1), so
soll das Verhältnis weiblich:männlich beim Hund je nach
Quelle etwa bei 2.5:1 liegen.
Die autoimmune Form ist auch beim Menschen die häufigste
Ursache für die primäre Hypothyreose. Als typisches
Symptom manifestiert sich aber der Kropf. Dieser ist
beim Hund praktisch nur bei Jodmangel anzutreffen.
Die
sekundär erworbene Form
Die sekundäre Form tritt wesentlich seltener auf. Sie
ist u.a. auf den Mangel an TSH, dem oben bereits
erwähnten, übergeordneten Hormon aus der
Hirnanhangsdrüse, zurückzuführen. Dadurch hat die
ausbleibende Stimulation der Schilddrüse ebenfalls einen
Mangel an T 4 zur Folge. Diese Hypothyreoseform kann auf
ein Kopftrauma (Schlag, Unfall ...), eine
Fehlentwicklung in der Embryonalzeit oder einen Tumor
der Hirnanhangsdrüse zurückzuführen sein.
Therapie
Das fehlende Schilddrüsenhormon muss lebenslänglich ersetzt
werden. Eine Dosierungsanpassung erfolgt individuell. Angestrebt
wird ein über den ganzen Tag verteilter normaler T 4-Spiegel.
Eine deutliche klinische Besserung sollte innerhalb der ersten 4
Wochen eintreten. Haut- und Haarveränderungen verschwinden in
der Regel erst nach einigen Monaten. Eine regelmässige
Kontrollle des Blutspiegels ist notwendig, insbesondere, wenn
nicht das gewünschte Resultat eingetreten ist. Nebenwirkungen
sind selten und meist auf eine Überdosierung zurückzuführen. Der
Besitzer stellt dann häufig Hyperaktivität, Schreckhaftigkeit,
Gewichtsverlust und eine erhöhte Herzfrequenz fest.
Prognose
Die Langzeitprognose ist bei einer alleinigen Hypothyreose
günstig zu stellen.
Beim Menschen gibt es keinen Zweifel an der Erblichkeit der
Erkrankung. Die bisherigen Untersuchungen beim Hund deuten
ebenfalls auf eine polygenetische (auf mehreren Genen verteilte)
Disposition hin. Bei angeborenen (kongenitalen) Missbildungen
ist eine genetische Disposition sehr wahrscheinlich.
Zusammenfassend ist die Hypothyreose des Hundes eine nicht
seltene Erkrankung, die jedoch zum einen oft überdiagnostiziert
wird, zum anderen aber durch ihr schleichendes Erscheinen und
ihre Symptomenvielfalt auch mal übersehen werden kann:
Nicht jeder träge und wohl genährte Hund hat
eine Schilddrüsenunterfunktion!
nach oben
|
|