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Warum eine Gesundheitsseite?

Gesundheit ist ein zentrales, wichtiges und nicht zu vernachlässigendes Thema. Über Gesundheit und Krankheit SOLL und MUSS gesprochen werden. Folgende drei Aspekte sind bei seriösen Züchtern gleichwertige Zuchtkriterien:

1. Das rassetypische Verhalten und Wesen, welches in der Zucht- und Verhaltensbeurteilung wie folgt umschreiben ist:
Boston Terrier sind freundliche, aufmerksame, temperamentvolle, interessierte, sportliche, intelligente und sichere Hunde mit Ausdauer und Spielfreude.
Der Boston Terrier als Rasse hat zudem eine gute Bindungsfähigkeit zu seinen Menschen und ist führig.

Zwingend von der Zucht ausgeschlossen werden ängstliche und aggressive Hunde.

2. Die äussere Erscheinung, das rassetypische Aussehen, welches an Ausstellungen und an der Zuchttauglichkeitsprüfung (Ankörung) beurteilt wird und im FCI Standard Nr. 140 festgehalten ist.

3. Ein körperlich gesunder Boston Terrier. Die gesundheitlichen Voraussetzungen und Anforderungen sind im Zuchtreglement der Boston Terrier Freunde Schweiz BTFS von der Generalversammlung der BTFS (also von den Mitgliedern des BTFS) und der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft SKG, genehmigt. Jede Züchterin ist frei, darüber hinaus gehende gesundheitliche Untersuchungen vornehmen zu lassen.
Wissenswert ist, dass kurzköpfige Hunde als brachyzephal bezeichnet ("brachis" = kurz und "cephalus" = Kopf) werden und dass Boston Terrier zu denjenigen Wirbeltieren gehören, welche eine Brachyurie (von griech. ουρά „Schwanz“), also eine angeborene Verkürzung des Schwanzes haben.


Die Beschreibungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder wissenschaftliche Exaktheit.



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Die Patellaluxation (PL):

Patellaluxation bedeutet: Die Verlagerung der Kniescheibe nach innen (medial) oder nach außen (lateral) aus der Rinne (Sulcus trochlearis) am Oberschenkel. Die Verlagerung kann vorübergehend oder dauerhaft sein. Häufig in Verbindung mit einer Fehlstellung der Gliedmaße.

Die Patellaluxation kann sowohl angeboren (kongenital), wie auch nach einer Verletzung auftreten und ist eine der häufigsten Lahmheitsursachen bei kleinwüchsigen Hunderassen. Die Kniescheibe verrutscht dann meistens nach innen. Bei großen Hundrassen tritt häufiger eine Patellaluxation nach außen auf.

Klassifizierung der Patellaluxation beim Hund:

Grad 0: keine Luxation
Grad
1: Die Patella lässt sich luxieren ohne klinische Symptome.

Grad 2: Die Patella luxiert spontan und bleibt luxiert bis sie zurückverlagert wird bzw. der Hund durch Strecken des Kniegelenks die Patella zurückverlagert.

Grad 3: Die Patella bleibt meistens verlagert, kann jedoch zurückverlagert werden, luxiert aber sofort wieder. Die Patienten können einen Stellungsfehler der Gliedmaße aufweisen und zeigen eine variierende Lahmheit vom gelegentlichen Hüpfen bis zu einer dauerhaften Stützbeinlahmheit mit Laufen auf drei Beinen.

Grad 4: Die Patella ist ständig verlagert. Der Patient läuft mit eingeknicktem Bein, da das Kniegelenk nicht durchzustrecken ist. Es können extreme Fehlstellungen der Gliedmaße vorliegen. Teilweise kann das Kniegelenk derart verdreht sein, dass das Bein ständig hochgehalten wird.

Betroffene Rassen
In 75-80% der Fälle luxiert die Kniescheibe nach innen (mediale Luxationen). Ein gehäuftes Auftreten wurde z. B. gefunden beim Klein- und Zwergpudel, Yorkshire Terrier, Chihuahua, Pekinese, Boston Terrier, Foxterrier, Französische Bulldogge, King Charles Spaniel, Griffon, Papillon und Japan Chin sowie bei zahlreichen anderen Rassen. Auch bei einigen mittelgrossen Hunden, wie z.B. Chow Chow, Shar-Pei, Appenzeller und Entlebucher Sennenhund treten dieselben Veränderungen auf. Bei lediglich 20-25% handelt es sich um Luxationen nach aussen (laterale Luxationen), von denen überwiegend Hunde mittlerer und grosser Rassen betroffen sind wie z.B. Pudel, Cocker Spaniel, Irischer Setter, Boxer, Flatcoated Retriever und Pyrenäen-Berghund.

Krankheitszeichen und Behandlung
Hunde, bei denen die Kniescheibe fest in ihrer Position in der Gleitrinne liegt und nur durch Druck vorübergehend luxiert werden kann, zeigen in der Regel keine Lahmheiten und brauchen auch keine Behandlung. Luxiert die Kniescheibe jedoch spontan während der Bewegung aus der Gleitrinne, so können mit der Zeit Gelenksentzündungen und Knorpelschäden entstehen, die dann auch zu Lahmheiten führen. Die Lahmheiten können sich durch plötzliches Hochhalten des Beines während einiger Schritte bemerkbar machen. Dabei befindet sich die Kniescheibe ausserhalb der Gleitrinne. Springt die Kniescheibe in ihre normale Position zurück, wird das Bein wieder normal belastet. Um entsprechende Schädigungen im Gelenk zu vermeiden, ist eine frühzeitige Behandlung empfehlenswert. Dies ist meist nur durch eine Operation des Kniegelenkes mit Vertiefung der Gleitrinne und Versetzung der Ansatzstelle des geraden Kniescheibenbandes möglich. Die Behandlung hängt im Einzelnen von Alter, Rasse und Ausmass der Veränderungen ab.


Züchterische Massnahmen
Zurzeit gibt es keine einheitlichen Richtlinien für die einzelnen Rasseklubs.
Gemäss dem Zuchtreglement des Rasseclubs, dem BTFS (Boston Terrier Freunde Schweiz) gilt folgendes:

Art. 4.2
Zuchthygienische Massnahmen zur Bekämpfung der Patella Luxation ist nachzulesen:
Das Mindestalter für die erste PL-Untersuchung beträgt 12 Monate. Vor der Zuchtzulassung muss die PL-Kontrolle erfolgt sein.

4.2.1 Zuchtzulassung der Junghunde
0 oder A Hunde mit einwandfreiem Befund, sind bis zur Nachkontrolle zur Zucht freizugeben.
1 oder B Hunde mit Befund leichten Grades können für die Zucht zugelassen werde, müssen jedoch mit einem über 3-jährigen Partner mit einwandfreiem Befund gepaart werden.
2 oder C und 3 oder D Hunde mit Befund mittleren Grades, ein- oder beidseitig und Hunde mit Befund schweren Grades bei der Erstkontrolle werden nicht zur Zucht zugelassen.

4.2.2 Nachkontrolle
Eine zweite und letzte Untersuchung muss bis zum Erreichen des 3. Lebensjahres erfolgen. Hündinnen sollten erst 3 Monate nach dem letzten Wurf zur Nachuntersuchung gebracht werden.
Weitere Zuchtzulassung bei Nachkontrolle
0 oder A Hunde mit einwandfreiem Befund, werden definitiv zur Zucht freigegeben.
1 oder B Hunde mit Befund leichten Grades ein- oder beidseitig können in der Zucht verbleiben.
2 oder C und 3 oder D Hunde mit Befund mittleren Grades, ein- oder beidseitig und Hunde mit Befund schweren Grades werden von der Zucht ausgeschlossen.



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Brachycephalie
Kurzköpfigkeit = Brachycephalie

Brachycephale Hunde leiden nicht selten am Brachycephalen Syndrom. Dieses wird nach Meinung vieler Experten von einem zu engen Eingang in die Nasenhöhlen und einem verlängerten Gaumensegel ausgelöst. Gesicherte Zusammenhänge betreffen eine Obstruktion in den oberen Atemwegen, eine daraus folgende verstärkte Atemarbeit, um den Körper mit genügend Sauerstoff zu versorgen sowie eine Anschwellen der Weichteile im Nasen- und Rachenraum als Reaktion auf den erhöhten Unterdruck in den Atemwegen.

Ursächliche und weitere pathogenetische Untersuchungen sind hingegen kontrovers und ungeklärt. Viele Züchter und Besitzer von gesunden  brachycephalen Hunden beweisen, dass die Kopfform alleine das Syndrom nicht auslösen kann. Die Lokalisation der Primärobstruktion wird je nach Autorengruppe bei den Nasenlöchern, in den Nasenmuscheln oder beim Gaumensegel vermutet. Viele Nebenerscheinungen des Syndromes sind nicht untersucht. Den Züchtern fehlen zudem messbare Parameter für die erfolgreiche Selektion.

Hunde mit dem Brachycephalen Syndrom leiden an chronischer bis akuter Atemnot, zeigen deutlich verminderte Leistungsfähigkeit, haben ein hörbares Atemgeräusch bei der Einatmung, regen sich leicht auf bei Anstrengung und hecheln oft. Die Symptome können sich in Krisenfällen und bei heisser Umgebungstemperatur soweit aufschaukeln, dass die Hunde daran sterben können. Die Notfalltherapie besteht in Kühlung, Beruhigung, Sauerstoffgabe und abschwellenden Medikamenten. Chirurgische Massnahmen wie Erweiterung der Nasenlöcher und Gaumensegelkürzung können die Symptome reduzieren.

Eine Projektgruppe des Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich hat sich zum Ziel gesetzt, die Pathophysiologie des brachycephalen Syndromes unter den Aspekten Kopfform und Atemgasphysik sowie Objektivierung der Sauerstoffschuld zu untersuchen.

Beim Tier ist die Brachyzephalie eine Folge gezielter Zucht. Durch Zuchtauslese ist es zu immer stärkerer Verkürzung des Schädels, ganz besonders der Nase gekommen. Die extreme Verkleinerung der Nasenhöhle führt zur Ausbildung fehl gestalteter Nasenmuscheln, die in die üblicherweise freien Atemwege hineinwachsen und diese verstopfen. Es ist deshalb sehr empfehlenswert, beim Kauf eines Boston Terrier darauf zu achten, dass die Elterntiere (und der Welpe) eine (sichtbare) Nase haben und die Nasenlöcher möglichst runde Löcher sind und nicht nur schmale Schlitze.



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Brachyurie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

  Brachyurie bei einem Stumper

Als Brachyurie (von griech. ουρά „Schwanz“; nicht zu verwechseln mit ούρα „Harn“) wird eine angeborene Verkürzung des Schwanzes bei Wirbeltieren bezeichnet. Die vollständige Abwesenheit des Schwanzes wird als Schwanzlosigkeit oder Anurie bezeichnet.

Vorkommen
Brachy- und Anurie kommt bei Hunden, Katzen, Schweinen, Rindern, Schafen und Hühnern vor. Häufigkeit, Erbgang und klinische Bedeutung sind dabei je nach Spezies und Rasse unterschiedlich.

Hund
Brachyurie und Korkenzieherschwanz bei einer Englischen Bulldogge

Brachyurie beim Hund wird auch als Stummelrute bezeichnet. Ausprägungen reichen von einer leichten Verkürzung bis hin zu völliger Anurie, mit oder ohne Verkrüppelung des Schwanzes (Knickrute, "Korkenzieherschwanz").

Brachyurie und/oder Anurie wird bei verschiedenen Rassen als Bestandteil des Standards angesehen (z.B. Australian Shepherd, Entlebucher Sennenhund, Englische Bulldogge, English Cocker Spaniel, Mops, Bobtail (Old English Sheepdog), Schipperke und Welsh Corgi Pembroke), kommt aber auch bei nicht systematisch gezüchteten Rassen als Variante vor (z.B. Stumper bei altdeutschen Hütehunden). Knickruten und Korkenzieherschwänze treten bei gewissen Rassen ebenfalls gehäuft auf, z.B. Dackel.

Krankheitswert
Brachy- und Anurie wird polygen autosomal rezessiv vererbt und ist mit verschiedenen Fehlbildungen der Wirbelsäule vergesellschaftet. Es können Keilwirbel, Blockwirbel oder Schmetterlingswirbel auftreten; desgleichen Spina bifida. Dadurch kann die Entwicklung des Rückenmarks gestört sein, so dass es zu neurologischen Störungen der hinteren Körperhälfte kommt (Paraparese, Paraplegie, Harn- und/oder Kotinkontinenz).

Von einem Zuchteinsatz betroffener Hunde ist aus genetischer und tierschützerischer Sicht abzuraten. In Rassen, bei denen Brachy- und Anurie im Standard gefordert werden, ist vor einem Zuchteinsatz pragmatischerweise eine Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule durchzuführen, um das Vorliegen von assoziierten Fehlbildungen auszuschliessen.



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Infektionskrankheiten
von Harald Wenner

Erreger von Infektionen sind vermehrungsfähige, pathogene (die Erregerspezies hat die Fähigkeit Krankheiten hervorzurufen) Mikroorganismen, die von einem Organismus auf einen anderen übertragbar sind. Unterschieden werden muss hier nach Erregern, die nach einem Befall des Hundes zwingend zu einer Erkrankung führen und solchen, die nur dann pathogen sind, wenn bestimmte zusätzliche Faktoren ebenfalls vorhanden sind.

Eine Infektion liegt dann vor, wenn Krankheitserreger in einen Organismus eindringen und sich dort vermehren und der Wirt (Tier) eine Reaktion zeigt. Durchbrechen diese Krankheitserreger die Abwehrbarriere des Wirtes, kommt es unweigerlich zu einer Erkrankung des befallenen Tieres - aus einer Infektion wird eine Krankheit. Zum Ausbruch von Infektionskrankheiten tragen ausserdem bei:

  • die allgemeine Konstitution des Tieres und die aktuelle seelische Verfassung (Stress begünstigt den Ausbruch von Infektionskrankheiten)

  • die Anzahl und die Infektiosität des Erregers

  • die Hygiene im Lebensumfeld, aber auch artgerechte Haltungsbedingungen, Platz- bzw. Raumangebot und Bewegung sowie die Zuwendung vertrauter Personen

  • Alter und Ernährung

Die Infektionserreger unterscheiden sich in Prionen (z. B. Verursacher von BSE), Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten. Unterteilt werden Parasiten in Protozoen und Tiere (Helminthen wie Würmer und Anthropoden wie Milben). Die Übertragung erfolgt durch direkte Übertragung wie Kontakt (Berühren, Belecken, Einatmen, Sekrettröpfchen, die ausgehustet oder -geniest werden) und indirekte Übertragung durch leblose Gegenstände (z.B. Futter, Wasser, Pflegegeräte wie Bürsten, Kämme, etc.), sowie lebende Vermittler wie Flöhe, Zecken, Mücken, etc.

Eine Infektionskrankheit kann verschiedene Verlaufsformen aufweisen:

  • Eine Heilung erfolgt bei restloser Vernichtung des Erregers durch das körpereigene Immunsystem oder durch eingeleitete medikamentöse Therapien

  • Ein latenter Verlauf der Infektion, also einem Verbleib der Erreger im Körper ohne pathogene Wirkung. Zu beachten ist hier, dass latent infizierte Tiere den Erreger ständig ausscheiden können und so eine Infektionsquelle für andere Tiere darstellen.

  • Ein chronischer Verlauf liegt vor, wenn der Erreger über einen längeren Zeitraum mit pathogener Wirkung im Organismus verbleibt.

Die Folge eines völligen Versagens der körpereigenen Abwehr und jeder Art der Therapie ist der Tod des infizierten Organismus. Bei vielen der durch lebende Infektionserreger verursachten Erkrankungen reagiert der befalle Organismus mit einer Entzündung, deren äußerlich sichtbare Symptome sich so darstellen:

  • Schmerz, verursacht durch giftige Stoffwechselprodukte der Krankheitserreger und durch die Blutstauung

  • Rötung, verursacht durch eine Gefäßerweiterung und die damit verbundene verstärkte Durchblutung

  • Wärme, ebenfalls verursacht durch eine vermehrte Durchblutung

  • Schwellung, verursacht durch die Blutgefässerweiterung und den Austritt von Flüssigkeit in das entzündete Gewebe.

  • Bei einer Entzündung von Schleimhäuten (z.B. der Atmungsorgane oder des Verdauungstraktes) kommt eine verstärkte Absonderung von Flüssigkeit durch die eingelagerten Schleimdrüsen hinzu (Schnupfen, Durchfall)

  • Beeinträchtigungen in der Funktion, hervorgerufen durch Schwellung und Schmerz

     

Die einzelnen Infektionserreger:

Bakterien sind Einzeller, die aufgrund eines eigenen Stoffwechsels zu einer selbstständigen Vermehrung in der Lage sind. Eine bakterielle Infektion schädigt den Organismus durch ihre giftigen Ausscheidungsprodukte (sowie die überschiessenden Abwehrreaktionen des Wirts). Eine natürliche Bekämpfung der Bakterien im Organismus erfolgt über die Leukozyten (weisse Blutkörperchen). Die Leukozyten "wandern" aus dem Blut in das infizierte Gewebe und bekämpfen die Bakterien. Durch abgetötete Bakterien und abgestorbene Leukozyten sowie Gewebezellen entsteht der für viele Entzündungen typische Eiter. Eine medikamentöse Behandlung von Bakterien erfolgt durch die Gabe von Antibiotika. Antibiotika sind ursprünglich aus Pilzen gewonnene Substanzen, die heute synthetisch hergestellt werden können. Sie greifen in den Stoffwechsel der Bakterien ein und wirken bakerizid (abtötend) oder bakteriostatisch (wachstumshemmend). Bakterien können gegen Antibiotika resistent werden. Durch eine Überdosierung oder ein vorzeitiges Therapieende können Bakterien überleben, die bei einer nachfolgenden Behandlung gegenüber diesem Antibiotikum resistent (unempfindlich) geworden sind. Da diese Resistenz an die Bakterien-Nachkommen weitervererbt werden kann, entsteht so ein neuer Bakterienstamm, gegen den ein entsprechendes Antibiotika entwickelt werden muss. Eine Antibiotika-Therapie muss also von einem Tierarzt überwacht werden. Die angegebene Behandlungszeit ist zwingend einzuhalten, auch wenn das betroffene Tier schon vorher wieder völlig gesund erscheint. Von einer Selbstmedikation durch eventuell irgendwann einmal übriggebliebene Antibiotika ist deshalb dringend abzuraten.

Die Arzneimittelgruppe der Antibiotika kam im Jahre 1929 völlig zufällig zustande. Dr. Alexander Fleming entdecke bei einer mit einem Schimmelpilz verunreinigten Bakterienkultur, dass der Bakterienrasen rund um die Schimmelpilzkolonie Lücken hatte. Der Schimmelpilz musste also eine Substanz ausscheiden, die das Wachstum der Bakterien zu stoppen vermochte. Eine Isolierung dieser Substanz führte so zur Entdeckung des "Penicillins".

Viren sind um ein Vielfaches kleiner als die einzelligen Bakterien und auch nur unter einem Elektronenmikroskop zu erkennen. Viren bestehen aus einer Proteinhülle (Protein = Eiweiss), in die ihre Erbsubstanz eingeschlossen ist. Sie können nur von lebenden Zellen vermehrt werden. Ausserhalb einer lebenden Zelle ist das Virus biologisch inaktiv und damit auch vermehrungsunfähig. Da Viren keinen eigenen Stoffwechsel haben und ihnen die Fähigkeit zur selbstständigen Vermehrung fehlt, ist eine Behandlung mit Antibiotika nicht möglich. Da ein mit Viren befallener Organismus in fast allen Fällen mit hohem Fieber reagiert, ist eine Gabe von fiebersenkenden Präparaten angeraten. Durch die geschwächten Abwehrkräfte kommt es häufig zu Sekundärinfektionen durch Bakterien, die dann wiederum durch eine antibiotische Therapie gezielt behandelt werden müssen. Zum Schutz vor vielen Virusinfektionen sind Impfungen möglich.

Pilze gehören zu der Domäne der Eucarya. Diese Domäne umfasst alle Lebewesen, die einen echten Zellkern besitzen. Kontakt zu einem an einer Pilzinfektion erkranktem Tier führt zu einer Ansteckung. Bei Hautpilzen kann jede Hautzelle und jedes Tierhaar u.U. einen Infektionsträger darstellen.

Bei den meisten Pilzinfektionen handelt es sich um Zoonosen*!
Zoonosen sind Krankheiten, die unter natürlichen Bedingungen vom Tier auf den Menschen und umgekehrt übertragbar sind.

Parasiten:
Durch Protozoen hervorgerufene Krankheiten, wie z. B. Toxoplasmose

Durch Würmer verursachte Krankheiten (z. B. Bandwürmer, Spulwürmer)

Durch Insekten hervorgerufene Krankheiten (Flöhe, Zecken, Milben, etc.) Bei den meisten Pilzinfektionen handelt es sich um Zoonosen. Zoonosen sind Krankheiten, die unter natürlichen Bedingungen vom Tier auf den Menschen und umgekehrt übertragbar sind.

Zoonosen:

Zu den wichtigsten bei Hund und Katze vorkommenden Zoonosen gehören:

  • Tollwut (Erreger: Virus). Übertragung durch Bisse und Eindringen des Virus in die Blutbahn

  • Salmonellen (Erreger: Bakterien). Ausscheidung mit dem Kot, Infektionen durch Verzehr verunreinigter Nahrungsmittel

  • Toxoplasmose (Erreger: Protozoen). Infektion durch orale Aufnahme. Katzen scheiden Eier mit dem Kot aus - auch einige Tage alter Kot ist noch infektiös. Eine weitere Infektionsquelle für den Menschen ist z.B. rohes Schweinemett

  • "Katzenkratzkranheit" (Erreger: Bakterien). Übertragung durch Biss- und Kratzverletzungen. Symptome beim Menschen sind hochgradige Entzündungen der Lymphbahnen, zum Teil nässender Ausschlag und hohes Fieber. Bei Katzen verläuft diese Erkrankung meist symptomlos

  • Hautpilze. Übertragung durch Kontakt. häufigste Zoonose bei Tierpflegepersonal

  • Würmer (Spul und Bandwürmer). Bedeutsam u.a. der Fuchsbandwurm. Orale Infektion, erkrankte Organismen scheiden die Eier mit dem Kot aus.




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Impfen

Regelmässig geimpfte Hunde sind zu ihrem eigenen Schutz, aber auch zum Schutz anderer Hunde, Tiere und natürlich zum Schutz der Mitmenschen geimpft. Geimpft wird nur ein gesunder und parasitenfreier Hund. Spreche Sie mit dem Tierarzt ab, welche Impfung wann
sinnvoll und nötig ist.

Staupe
Die Staupe ist eine hoch ansteckende Virusinfektion. Sie kann sehr unterschiedlich verlaufen, bleibende Schäden hinterlassen oder gar tödlich enden. Besonders gefährdet sind Hundewelpen in den ersten Lebenswochen, aber auch ältere Hunde können erkranken. 
Heute lassen viele Hundebesitzer ihr Tier gegen Staupe impfen. Daher ist die Krankheit in der Schweiz relativ selten geworden. Dennoch bricht sie in vielen Ländern gelegentlich noch aus. So gab es Mitte der Neunzigerjahre in Finnland eine Epidemie mit mindestens 5'000 Fällen bei Hunden. Staupe kann auch bei Füchsen ausbrechen, so wurden seit Februar 2008 in Berlin  45 Füchse in verschiedenen Berliner Bezirken mit positiven Ergebnis auf Staupe untersucht.
Infizierte Tiere scheiden die Viren mit allen Körperflüssigkeiten aus. Ihr Hund kann sich im Kontakt mit einem anderen Hund anstecken. Wildtiere wie Füchse, Marder und Frettchen können die Staupe ebenfalls übertragen.
Erste Krankheitsanzeichen der Staupe treten rund eine Woche nach der Ansteckung auf. Manche Tiere scheiden daher Erreger aus, wenn sie noch gesund scheinen.

So äussert sich die Krankheit
Der erkrankte Hund hat zunächst hohes Fieber, zeigt Appetitlosigkeit und Mattigkeit. Die Staupe kann sich in drei Symptomenkomplexen äussern, die sehr unterschiedlich sind. Sie können einzeln, aber auch in Kombination auftreten:

  • Lungenform: Einfacher Husten, klarer bis eitriger Nasen- und Augenausfluss, bis hin zu einer Lungenentzündung.
  • Darmform: Mehr oder weniger heftiger Durchfall und Erbrechen.
  • Nervenform: Zum Beispiel Lähmungen, Bewegungsstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Kopfschiefhaltung, Krämpfe oder Verhaltensveränderungen.

Oft verändert sich als Begleiterscheinung die Haut. Die Hornhaut an Schnauze und Pfotenballen ist verdickt.

Eine spezifische Behandlung der Staupe gibt es nicht. Wichtig ist daher die Prävention: Jeder Hund sollte gegen Staupe geimpft werden.



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Parvovirose
Die Parvovirose wird durch das canine Parvovirus verursacht. Die Parvovirose ist eine schwere Krankheit, die tödlich verlaufen kann. Ende der 70er Jahre erkrankten zum ersten Mal zahlreiche Hunde an der Parvovirose. In der Schweiz wird diese Erkrankung nicht häufig, aber immer wieder festgestellt.
Der Erreger ist sehr resistent; er kann in der Umgebung eines Hundes bis zu einem Jahr lang überleben. Infizierte Hunde scheiden Parvoviren in hohen Mengen mit dem Kot aus. Virushaltiger Kot ist daher die Hauptursache für die Ansteckung und Verbreitung der Krankheit. Ihr Hund kann angesteckt werden, wenn er in Kontakt mit infiziertem Kot gerät, kranke Artgenossen beschnüffelt oder mit ihnen spielt.
Sie können Ihren Hund indirekt anstecken, wenn z.B. infizierter Kot an Ihren Schuhen haftet oder Sie andere Hunde streicheln und anfassen. So tragen Sie die Viren weiter, ohne es zu merken.

So äussert sich die Krankheit
Die Parvovirose bricht 3 bis 7 Tage nach der Ansteckung aus. Sie beginnt mit Fieber und Mattigkeit. Die Hauptsymptome sind dann massives Erbrechen und starker, oft blutiger Durchfall.
Besonders anfällig auf Parvovirose sind Welpen: Über 80 Prozent der Welpen sind im Alter von sechs Wochen nicht mehr ausreichend gegen Parvovirose geschützt. Bei Welpen verläuft die Parvovirose hoch akut und häufig tödlich. Mit intensiver und aufwändiger Therapie kann jedoch ein Grossteil der Welpen gerettet werden.
Im Krankheitsfall können nur die richtigen Hygienemassnahmen und eine gründliche Desinfektion die Verbreitung der Viren verhindern. Erkrankte Hunde brauchen sofort tierärztliche Intensivbehandlung und müssen von anderen Tieren isoliert werden.

Da es gegen das Parvovirus selber keine Medikamente gibt, können nur Symptome bekämpft werden. Wichtig ist daher die Prävention: Jeder Hund sollte gegen Parvovirose geimpft sein.



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Leptospirose
Die Leptospirose, auch Stuttgarter Hundeseuche oder Weil’sche Krankheit genannt, wird durch Bakterien verursacht. Auch der Mensch kann sich anstecken. Die Krankheit ist gefährlich und kann tödlich enden.
Die Bakterien, so genannte Leptospiren, werden hauptsächlich über den Harn von infizierten Nagern (z.B. Ratten, Mäuse) oder anderen Hunden übertragen. Ihr Hund kann sich auch ohne direkten Kontakt mit diesen Tieren anstecken. Denn eine Hauptansteckungsquelle sind Gewässer, die mit infiziertem Harn verunreinigt sind. Der Erreger kann über längere Zeit zum Beispiel in Pfützen überleben. Hunde, die daraus trinken, können sich auf diesem Weg anstecken.
Infizierte Hunde können monate- bis jahrelang in unregelmässigen Abständen Leptospiren über den Harn ausscheiden.

So äussert sich die Krankheit
Die Leptospirose bricht eine bis zwei Wochen nach der Ansteckung aus. Die Symptome sind oft schwierig zu deuten. In schweren Fällen beginnt die Krankheit mit plötzlicher Schwäche, Ihr Hund verweigert das Futter, erbricht und hat Fieber. Weitere Anzeichen sind Atembeschwerden, vermehrter Durst und häufiger Harnabsatz. Später können Muskelschmerzen und Gelbsucht auftreten. Der Hund erhebt sich nur ungern und reagiert empfindlich bei Druck auf die Nierengegend. Die Leptospirose kann Nieren und Leber schädigen und tödlich verlaufen. Heutzutage sind Fälle mit Nierenversagen häufiger, wobei die Tiere teils nur noch durch eine Hämodialyse gerettet werden können.
Die Leptospirose ist eine sogenannte Zoonose, d.h. die Bakterien können auch Menschen befallen, wenn sie mit Harn von infizierten Tieren in Kontakt kommen. Die Symptome entsprechen denjenigen des Tieres
Die Leptospirose wird mit Antibiotika und allgemein unterstützenden Massnahmen behandelt. Als Besitzer/-in eines erkrankten Hundes sollten Sie rigorose Hygienemassnahmen einhalten. Wichtig ist die Prävention: Jeder Hund sollte gegen die Leptospirose geimpft sein.




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Zwingerhusten
Der Zwingerhusten (infektiöse Bronchitis) ist eine so genannte Mischinfektion: Verschiedene Erreger können allein oder in Kombination ähnliche Symptome verursachen. Zu diesen Erregern gehören Viren (z.B. Parainfluenzavirus, Adenovirus) und Bakterien (z.B. Bordetella bronchiseptica, Mykoplasmen).
Der Zwingerhusten ist eine hoch ansteckende Erkrankung der Atemwege. Er verbreitet sich vor allem dort, wo Hunde auf engen Raum Kontakt zu Artgenossen haben: In Hundepensionen, Tierheimen, auf Hundesportplätzen, Zuchten mit vielen Junghunden, in Ausstellungen usw.
Grundsätzlich kann sich jedoch jeder Hund anstecken, der beim Auslauf mit Artgenossen in Kontakt kommt. Die Ansteckung erfolgt durch feinste Tröpfchen, die der erkrankte Hund beim Ausatmen oder Husten ausscheidet.
 
So äussert sich die Krankheit
Typisches Anzeichen eines Zwingerhustens ist ein trockener Husten. Der Husten tritt in Anfällen auf, die heftig sein können. Der Husten ist dann bellend, sehr unangenehm und schmerzhaft. Zwingerhusten beeinträchtigt das Allgemeinbefinden und die Leistungsfähigkeit des Hundes stark.
Die Hustenanfälle können Tage bis Wochen dauern und sind für Ihren Hund wie auch für Sie eine grosse Belastung.
Zwingerhusten ist oft selbstlimitierend, der erkrankte Hund erholt sich in der Regel vollständig. Allerdings kann es bei einem komplizierten Verlauf zu einer Lungenentzündung kommen, welche je nach Erreger mit Antibiotika und anderen Medikamenten behandelt werden muss.
Gegen den Zwingerhusten gibt es eine Impfung.



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Tollwut
Die Tollwut gehört zu jenen Viruserkrankungen, die am längsten bekannt sind. Sie ist nach wie vor eine der gefährlichsten Virusinfektionen für Mensch und Tier. Sie ist unheilbar.
Empfänglich für Tollwut sind alle Warmblüter. Hauptüberträger sind wild lebende Fleischfresser, vor allem Füchse. Das Virus wird auch bei Fledermäusen nachgewiesen.
Infizierte Tiere übertragen die Tollwutviren mit ihrem Speichel, meist durch einen Biss. Von der Bissstelle wandert das Virus entlang der Nervenbahnen ins Gehirn.
Das Virus kann aber auch über Hautverletzungen wie zum Beispiel Schürfwunden in den Körper gelangen. Berühren Sie daher nie mit blosser Hand einen überfahrenen Fuchs, aber auch keine Wildtiere oder Fledermäuse, die Ihnen besonders zutraulich erscheinen.
 
So äussert sich die Krankheit
Bis der infizierte Hund an Tollwut erkrankt, können 14 bis 30 Tage vergehen. In seltenen Fällen dauert es sogar noch länger.
Die Erkrankung kann in zwei Formen auftreten:

  • Verhaltensänderung: Wilde Tiere werden zahm oder überwinden ihre Wasserscheu. Andere werden scheu oder verkriechen sich («stille» Wut).
  • Erregungszustände: Aggressivität,  Beisswut, Raserei («rasende» Wut).

Die Erkrankung führt zu fortschreitenden Lähmungserscheinungen verschiedenster Muskeln. Häufig kann das Tier nicht mehr schlucken, es speichelt, kann nicht mehr trinken und erstickt schlussendlich wenn auch die Atemmuskulatur gelähmt wird.
 
In der Schweiz ist die Tollwut seit 1999 offiziell ausgerottet. Für Haustiere besteht daher in der Regel keine Gefahr. Weltweit sterben jedoch jährlich immer noch 50'000 infizierte Menschen und hunderttausende von Tieren an Tollwut. Hunde, die aus Ländern eingeführt werden, in denen Tollwut vorkommt, können das Virus in sich tragen und stellen eine Gefahr für Mensch und Tier in der Schweiz dar.
Gegen Tollwut schützt nur eine Impfung. Für Hunde, die ins Ausland reisen, ist sie vorgeschrieben.




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Borreliose
Die Borreliose, auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt, wird durch Bakterien verursacht. Sie kann zu Schäden an Gelenken und Organen führen.
An Borreliose können Säugetiere, Vögel und auch Menschen erkranken. Überträger ist der gemeine Holzbock, eine Zeckenart. Borreliose ist auf der nördlichen Erdhalbkugel die häufigste von Zecken übertragene Erkrankung.
Der Holzbock lebt in Wäldern, Gebüschen, Parkanlagen und Gärten. Die Zecke kriecht auf den Hund und sucht sich eine geeignete Stelle, um ihn zu beissen. Dabei ernährt er sich von seinem Blut. Geht der gleiche Holzbock auf einen anderen Hund über, überträgt er die Bakterien auch auf ihn.
Die Bakterien, so genannte Borrelien, vermehren sich im Darm der Zecke. Während die Zecke Blut saugt, müssen die Bakterien zur Bissstelle wandern. Das dauert mindestens 12 Stunden, damit können die Bakterien erst dann auf den Hund übertragen werden. Wenn Sie die Zecke früh genug entfernen, können Sie also verhindern, dass Ihr Hund infiziert wird. Je länger die Zecke gesaugt hat, umso höher ist das Risiko einer Erkrankung.
Das Risiko, dass sich Ihr Hund mit Borreliose ansteckt, ist im Frühjahr und im Herbst am grössten. Zecken können aber das ganze Jahr über vorkommen.


So äussert sich die Krankheit

Während der Erkrankung durchläuft der Hund mehrere Stadien:

  • Typische Symptome sind zunächst Fieber, Appetitlosigkeit und Teilnahmslosigkeit.
  • Zwei bis drei Monate nach dem Biss entzünden sich Gelenke, die nahe der Bissstelle liegen. Die Gelenkentzündung kann zu Lahmheiten führen.
  • Im weiteren Verlauf wechseln Schübe von Lahmheiten mit Phasen der Besserung ab.
  • Im späten Stadium werden Gelenke, Nieren und das Herz geschädigt.

Das beim Menschen zuerste erscheinende Borreliose-Symptom, die sich ausdehnende ringförmige Rötung einer Bissstelle, tritt beim Hund nicht auf.
Borreliose kann mit Medikamenten behandelt werden; die Borrelien werden dadurch jedoch meist nicht vollständig eliminiert.

Massnahmen gegen Borreliose
Suchen Sie Ihren Hund nach jedem Spaziergang nach Zecken ab. Entfernen sie die Zecken sofort – am besten mit einer speziellen Zeckenzange – und machen Sie diese unschädlich.
Schützen Sie Ihren Hund gegen Zeckenbefall, da Zecken neben Borrelien auch andere Krankheitserreger übertragen.



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Herpesinfektion
Die Herpesinfektion des Hundes, auch «infektiöses Welpensterben» genannt, wird durch ein Herpesvirus verursacht. Neugeborene, schwache und junge Welpen können daran sterben.
Das canine Herpesvirus – Herpesvirus des Hundes – wurde Mitte der 60er Jahre entdeckt, als in den USA viele neugeborene Welpen schwer erkrankten und starben. Denn das Virus wird vor allem über die Schleimhäute der Geburtswege ausgeschieden. Eine Ansteckung über die Schleimhäute des Nasen-Rachenraums ist jedoch ebenfalls möglich.
Gefährlich ist das Virus vor allem in Hundezuchten. Ist eine Zucht vom caninen Herpesvirus betroffen, kann eine Infektion dazu führen, dass bis zu 80 Prozent der Welpen sterben. Besonders gefährdet sind schwache Welpen, die unter drei Wochen alt sind.
Hauptüberträgerin des caninen Herpesvirus ist die infizierte Mutterhündin. Dass sie selber erkrankt ist selten und nur bei jungen Hündinnen oder Erstinfektionen wahrscheinlich. Das Virus kann aber Fruchtbarkeitsstörungen verursachen.
Die Infektion der Mutterhündin kann zu Sterilität, Missbildungen, Früh- oder Totgeburten führen. Die Mutterhündin kann ihre Jungen auch während der Geburt anstecken.

So äussert sich die Krankheit
Die ersten Anzeichen der caninen Herpesvirose sind Durchfall und Erbrechen. Nach diesen ersten Symptomen können die Welpen noch munter erscheinen. Wenig später wollen sie jedoch nicht mehr saugen, sie wimmern, strampeln und verlieren rasch an Gewicht. Manchmal treten zusätzlich Atembeschwerden oder Haut- und Schleimhautblutungen auf.
Welpen, welche die Infektion überleben, tragen das Herpesvirus lebenslang. Im Verlauf ihres Lebens kann der infizierte Hund das Virus schubweise ausscheiden. Dies geschieht vor allem bei Stresssituationen: z.B. bei Erkrankungen, Geburt, Ausstellungen usw. So steckt er wiederum andere Hunde an.
Der Erreger der caninen Herpesvirose kann nicht direkt bekämpft werden. Erkrankte Welpen haben eine gewisse Überlebenschance, wenn sie möglichst schnell in eine warme Umgebung gebracht werden, wo ihre Körpertemperatur konstant bleibt. Damit wird die Vermehrung des Virus soweit gedrosselt, dass es keine Krankheit mehr verursachen kann. Gegen eine Herpesinfektion gibt es eine Impfung.



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Babesiose
Die Babesiose (auch Piroplasmose oder umgangssprachlich Hundemalaria genannt) wird von einzelligen Parasiten namens Babesien verursacht. Der Parasit vermehrt sich in den roten Blutkörperchen des Hundes und zerstört sie. Die Babesiose ist eine ernsthafte Erkrankung, die zum Tod führen kann.
Überträgerinnen der Babesiose sind die so genannte Auwaldzecke und die braune Hundezecke (v.a. im Mittelmeergebiet). Die Auwaldzecke lebt in Wäldern, Gebüschen, Parkanlagen, Gärten und sogar in kurzgeschnittenem Gras. Die Zecke kriecht auf den Hund und sucht sich eine geeignete Stelle, um ihn zu beissen. Dabei ernährt sie sich von seinem Blut und überträgt die Parasiten. Geht die gleiche Zecke auf einen anderen Hund über, überträgt sie den Parasiten auch auf ihn.
Typischerweise tritt Babesiose häufig in Mittelmeerländern wie z.B. Frankreich oder Spanien auf, aber auch in Zentraleuropa (Ungarn, gewisse Gegenden in Deutschland). Auch in der Schweiz gibt es Regionen, in welchen babesieninfizierte Zecken gefunden werden und Hunde erkranken können (z.B. im Raum Genfersee, Tessin), jedoch sind auch bereits Fälle ausserhalb dieser Zonen aufgetreten.
Das Risiko, dass sich Ihr Hund mit Babesiose ansteckt, ist im Frühjahr und im Herbst am grössten. Zecken können aber das ganze Jahr über vorkommen.

So äussert sich die Krankheit
Die ersten Symptome der Babesiose zeigen sich zwei Tage bis zwei Monate nach der Ansteckung.
Die häufigsten Anzeichen sind plötzliches hohes Fieber, Abgeschlagenheit (Apathie), Appetitverlust, Erbrechen und Durchfall. Ein bis zwei Tage später tritt Blutarmut auf. Durch den Abbau der roten Blutkörperchen kann es auch zu einer bräunlichen Verfärbung des Urins oder zur Gelbverfärbung der Schleimhaut kommen.
Manchmal kommt es zu Abnormalitäten des Nervensystems oder Muskelschwäche. Auch Nierenversagen kann auftreten.
Die Krankheit verläuft leichter oder schwerer. Je nach dem, wie stark die Infektion und wie widerstandskräftig das Immunsystem Ihres Hundes sind. Erkrankte Tiere gehören zum Tierarzt; ohne Behandlung kann Ihr Hund innerhalb weniger Tage sterben.

Massnahmen gegen Babesiose
Suchen Sie Ihren Hund nach jedem Spaziergang nach Zecken ab. Entfernen sie die Zecken sofort – am besten mit einer speziellen Zeckenzange – und machen Sie diese unschädlich.
Schützen Sie Ihren Hund mit einem Tierarzneimittel gegen Zeckenbefall, da Zecken neben Babesien auch andere Krankheitserreger übertragen.
Leben Sie in einem Gebiet, in dem babesieninfizierte Zecken vorkommen? Oder ist Ihr Reiseziel ein solches Risikogebiet?
Gegen Babesiose gibt es eine Impfung. Informieren Sie sich frühzeitig vor Beginn der Zeckensaison oder vor Ihrer Reise.



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Ansteckende Leberentzündung
Die ansteckende Leberentzündung des Hundes (Hepatitis contagiosa canis) wird durch das canine Adenovirus verursacht. Das Virus ist hoch ansteckend. In einigen Fällen kann die Hepatitis mild verlaufen. Häufig jedoch entwickelt sich eine schwere Krankheit, die tödlich enden kann.
Hauptüberträger der Hepatitis sind kranke, aber auch gesund erscheinende Hunde. Weil das Virus lange ansteckend bleibt und auch indirekt übertragen werden kann, kann sich Ihr Hund auch dann anstecken, wenn er keinen direkten Kontakt mit infizierten Artgenossen hat. Tiere, welche die Erkrankung überstanden haben, können noch monatelang Hepatitisviren ausscheiden und verbreiten.
 
So äussert sich die Krankheit
Einige Tage nach der Ansteckung mit dem Hepatitisvirus hat Ihr Hund Fieber, ist müde, hat vermehrt Durst und verliert den Appetit. Im weiteren Verlauf kommt es zu Augen- und Nasenausfluss und Erbrechen. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer Leber- oder Nierenschädigung. Der Hund hat Durchfall und Bauchschmerzen. Er krümmt den Rücken und ist in der Leberregion, das heisst hinter dem Rippenbogen, berührungsempfindlich. Vor allem bei Welpen endet die Hepatitis oft tödlich. Manche Tiere sterben bereits, bevor die Krankheit erkannt wird.
Nach einer Genesung kann es zu einer Hornhauttrübung am Auge mit evt. Erblindung kommen («Hepatitis blue eye»). Häufig muss der an Hepatitis erkrankte Hund beim Tierarzt stationär behandelt werden. Die Erholung kann lange dauern. Nicht selten bleiben schwere Organschäden oder eine chronische Hepatitis zurück.

 


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Was ist ein Gentest?

Für einige Hunderassen gibt es bereits spezifische Gentests, die es ermöglichen, „normale“ Hunde von Hunden, die „Träger“ eines spezifischen mutierten Gens sind, zu unterscheiden.

Genaugenommen wird in 3 Kategorien unterschieden:

  • Normal (homozygot normal)
  • Träger (heterozygot)
  • Betroffen (homozygot betroffen)

Erklärung: Jedes Chromosom und somit auch Gen ist doppelt vorhanden (je ein Chromosomensatz vom Vater und von der Mutter). Die Ausprägung eines Gens (Allel) kann jedoch unterschiedlich sein.
Ist die Ausprägung beider entsprechender Gene gleich, so ist das Individuum homozygot.
Ist die Ausprägung beider entsprechender Gene ungleich, so ist das Individuum heterozygot.

In Bezug auf Erbkrankheiten basierend auf einer Gen-Mutation gilt Folgendes:

  • Sind beide Ausprägungen eines Gens (beide Allele) normal, so ist der Hund homozygot „normal“.
  • Ist ein Allel normal und das andere mutiert, so ist der Hund heterozygot und gilt als „Träger“ des mutierten Gens, wird aber selber nicht erkranken, wenn es sich um eine rezessiv erbliche Krankheit handelt;
  • Sind beide Ausprägungen eines Gens (beide Allele) mutiert, so ist der Hund homozygot „betroffen“ und erkrankt im Laufe seines Lebens an der spezifischen Erbkrankheit.

Im Unterschied zu rezessiv erblichen Krankheiten, wo beide Ausprägungen des Gens (Allele) mutiert sein müssen, damit es zum Auftreten der Erbkrankheit kommt, ist bei dominant erblichen Krankheiten bereits die Mutation eines Allels ausreichend für das Auftreten der spezifischen Erbkrankheit.

Handelt es sich um eine rezessiv erbliche Krankheit, so werden oftmals „Träger“ (Hunde, die heterozygot für die spezifische Mutation sind) zur Zucht zugelassen mit der Auflage, dass sie nur mit „normalen“ Hunden gepaart werden. Aus der Paarung eines „Trägers“ mit einem „normalen“ Hund entstehen Nachkommen, die entweder „normal“ sind oder selber wiederum „Träger“ sind, jedoch keine Nachkommen, die an der spezifischen Mutation erkranken.
 
Da weder „normale“ Hunde noch „Träger“ klinisch erkranken, können solche Hunde nur mittels Gentest unterschieden werden.

Mögliche Resultate bei einem Gentest

Genotyp Bedeutung Zuchtempfehlung Risiko für Erbkrankheit
Homozygot normal Normal Kann mit jedem Hund gepaart werden Sehr gering
Heterozygot Träger Sollte nur mit normalen Hunden gepaart werden Sehr gering
Homozygot betroffen Betroffen Sollte nur mit normalen Hunden gepaart werden (möglichst aus der Zucht ausschliessen) Sehr hoch

Vorteile des Genests 

Der Vorteil von Gentests ist, dass bereits bei Welpen und jungen Hunden VOR einem möglichen Zuchteinsatz getestet werden kann, ob der Hund „normal“, „Träger“ oder „betroffen“ ist.

Da viele Erbkrankheiten erst im Laufe des Lebens klinisch erkennbar werden (obwohl die Genmutation bereits von Anfang an vorhanden ist), kann es passieren, dass Hunde bereits zur Zucht eingesetzt wurden, und erst später die Diagnose einer Erbkrankheit gestellt wird. Somit haben sich über viele Jahre diverse Erbkrankheiten ausgebreitet.

Viele erbliche Augenerkrankungen sind rezessiv vererbt, d. h. für eine klinische Erkrankung muss der Hund das mutierte Gen doppelt in sich tragen. Wird nun ein „Träger“ oder ein „betroffener“ Hund mit einem „normalen“ Hund gepaart, so entstehen nur „Träger“ oder „normale“ Hunde, jedoch keine „betroffenen“ Hunde.

Grenzen des Gentestes

Gentests erlauben den Nachweis für nur jeweils eine Mutation eines spezifischen Gens.
Kann eine Erbkrankheit jedoch von mehreren verschiedenen Mutationen oder von mehreren verschiedenen Genen verursacht werden, so kann der Hund zwar „normal“ sein in Bezug auf die getestete Mutation des getesteten Gens, aber dennoch erkranken, falls er ein anderes mutiertes Gen (homozygot) trägt, das ebenso das gleiche Krankheitsbild auslösen kann.
Leider ist es unbekannt, wie viele Mutationen in jeder Hunderassen existieren. Ausserdem können neue Spontanmutationen zu neuen Erbkrankheiten führen.

Wichtig zu wissen ist auch, dass es neben jenen erblichen Augenerkrankungen, die mittels Gentest festgestellt werden können, auch viele Augenerkrankungen gibt, für die es keine Gentests gibt, oder die nicht erblich sind. Daher kann ein Gentest eine Vorsorgeuntersuchung nicht ersetzen, aber ergänzen.

ein Blutproben-Archiv für Boston Terrier?

Im Institut für Genetik werden die molekulargenetischen Ursachen von Erbkrankheiten und anderen erblichen Merkmalen bei Haus- und Nutztieren erforscht. Weiterhin beteiliget sich das Institut für Genetik an den internationalen Anstrengungen zur Analyse der Genome von Hund, Pferd und Schaf.

Mit dem Aufbau eines Blutproben-Archivs wird es möglich, an zukünftigen, (rassespezifischen) Forschungsprojekte teilzunehmen

Wo kann ich einen Gentest durchführen lassen?

Gentests werden u. a. von Animal Health Trust, UK und OptiGen, USA angeboten. Bitte informieren Sie sich auf diesen Seiten über angebotene Tests, Versandt, Kosten, etc.
Für die Durchführung eines Gentests wird meistens etwas Blut von Ihrem Hund benötigt (in einigen Fällen genügt auch Speichel). Die Probenentnahme wird in der Regel vom Tierarzt durchgeführt.


 

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Katarakt

Jede Trübung der Linse, unabhängig von der Beeinträchtigung des Sehvermögens und des Trübungsgrades bzw. der Ausdehnung der Trübung wird als Katarakt bezeichnet.
Das Wort Katarakt stammt von dem griechischen Wort "Kataruraktes" = Wasserfall ab. Die Griechen vermuteten hinter der Pathogenese ein Herunterfallen von Gehirnsubstanz in die Augen, wodurch die Linsentrübung verursacht wurde.
Ein Katarakt kann uni- oder bilateral sowohl symmetrisch als auch asymmetrisch auftreten. Sie kann progressiv, stationär, aber auch regressiv sein.
Die Krankheit kann nach ihrem Entwicklungsstadium (Grad der Trübung), der Lokalisation, dem Erscheinungsbild, dem Zeitpunkt des Auftretens (Manifestationsalter) und der Ätiologie klassifiziert werden

Cataracta matura
Die Cataracta matura stellt eine vollständige Trübung der Linse dar. Da einfallendes Licht von der Linse fast vollständig reflektiert wird, resultiert daraus die Blindheit des Hundes. Die Lichtreflexion des Tapetum lucidum ist bei der Untersuchung nicht mehr sichtbar.

Cataracta hypermatura
In der komplett getrübten Linse bewirken Enzyme, die durch die Degeneration und Ruptierung von Linsenfasern freigesetzt werden, eine Proteolyse vor allem im Bereich des Kortex. Die aufgelösten Proteine und die Konistenzänderung im Inneren der Linse bewirken eine Tonusänderung bei intakter Linsenkapsel. Deshalb ist in diesem Stadium eine charakteristische Faltenbildung auf der vorderen Linsenkapseloberfläche sichtbar. Häufig werden kleine glitzernde Kristalle als Reste degenerativer Linsenfasern und Proteine beobachtet. Abhängig von dem Ausmass der Resorptionsprozesse kann bei der Untersuchung wieder ein Lichtreflexion des Tapetum lucidum festgestellt werden. Unter Umständen stellt sich die Sehkraft ebenfalls abhängig vom Ausmaß der Resorptionsprozesse wieder ein.

Lokalisation
Der Katarakt kann in der Kapsel, in der Rindenschicht, in dem Bereich des Pols, des Äquators, des Kerns und des Linsensterns lokalisiert sein. Trübungen der Kapsel, der Rindenschicht und des Pols können in den vorderen oder/und hinteren Abschnitten dieser Gewebe auftreten.
 

Erscheinungsbild
Der Katarakt kann auch nach dem Erscheinungsbild klassifiziert werden. Dabei werden Stachelform, Keilform, Speichenform, sonnenblumen-, sternen-, punkt- und pulverförmige Trübungen unterschieden werden.
Manifestationsalter
Nach dem Zeitpunkt des Auftretens des Katarakt werden der kongenitale, der juvenile und der senile Katarakt unterschieden.

Kongenitaler Katarakt
Ein kongenitaler Katarakt liegt vor, wenn die Krankheit sich bereits bei der Geburt bzw. bis zur achten Lebenswoche manifestiert.
Pathogenetisch führt die Unterbrechung des Linsenwachstums während der ersten Differenzierung der Linsenfasern zu einer nucleären Katarakt, wobei zum Teil eine Beteiligung der vorderen und hinteren Rindenschicht beobachtet werden kann. Die kongenitale Katarakt ist nicht generell erblich, da sie durch toxische Einflüsse und Infektionen der Welpen im Uterus ausgelöst werden kann. In der Regel ist diese Katarakt nicht progressiv. Eine kongenitale Katarakt kann zusammen mit anderen angeborenen Augenanomalien wie Mikrophthalmus, Retinadysplasie (RD), Membrana pupilaris persistens (MPP), Linsenkolobomen und Persistierender Hyperplastischer Tunica Vasulosa Lentis (PHTVL)/Persistierendem Primärem Vitreum (PHPV) auftreten.

Juveniler Katarakt
Als juvenil wird ein Katarakt bezeichnet, wenn die Erkrankung zwischen der achten Lebenswoche und dem sechsten Lebensjahr auftritt. Erbliche Katarakte manifestieren sich häufig während dieser Lebensphase. Eine erbliche Genese ist insbesondere dann in Betracht zu ziehen, wenn Traumata, systemische Erkrankungen und Vergiftungen als auslösendes Agens ausgeschlossen werden können. Die Progression hängt von der Ätiologie ab.

Seniler Katarakt
Ein seniler Katarakt liegt vor, wenn sich die Linsentrübung bei großen Rassen nach dem sechsten und bei kleinen Rassen nach dem zehnten Lebensjahr einstellt.
Sie darf nicht mit der physiologischen Alterssklerose, die durch eine Verdichtung der Linsenfasern im Linsenkern verursacht wird, verwechselt werden.
Die Diagnose Alterskatarakt darf bei Rassen, für die eine erbliche Disposition nachgewiesen ist oder vermutet wird, nicht allein aufgrund des fortgeschrittenen Alters gestellt werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um eine atypische oder spät einsetzende erbliche Katarakt handelt. Hinzu kommt, dass senile Katarakte in einigen Rassen häufiger beobachtet werden als in anderen, weshalb auch hier eine genetische Grundlage, die zu metabolischen Funktionsstörungen der alternden Linse führt, nicht ausgeschlossen werden kann.
Die Diagnosenstellung erfolgt also unter Berücksichtigung der Rassendisposition und dem Verlauf der Katarakt. In einigen Fällen kann es schwierig bis unmöglich sein, die Diagnose sicher zu stellen.

Katarakte als Folge anderer Augenerkrankungen:
Trübungen, die als Folge einer anderen Augenerkrankung auftreten werden als konsekutive oder sekundäre Katarakt bezeichnet.
Augenerkrankungen wie MPP, Glaukom, Uveitis, Linsenluxation, Persistierende Arteria Hyaloidea und Linsenkolombom können konsekutiv eine sekundäre Katarakt auslösen. Die Trübungen resultieren vermutlich aus einer durch die Erkrankungen veränderten Zusammensetzung des für die Ernährung der Linse wichtigen Kammerwassers.

Auch bei der PRA wird häufig das Auftreten einer Katarakt beobachtet. Es ist jedoch nicht erwiesen, ob PRA die Katarakt durch biochemische Prozesse hervorruft oder ob Katarakt und PRA eine gemeinsame genetische Ursache haben. Wasserlösliche Dialdehyde, die aus der Photorezeptorenlipidmembran stammen und durch den Glaskörper bis zur Linsenmembran diffundieren, werden als toxisches Agens diskutiert. Für diese These spricht, dass sich die Katarakt zuerst an den hinteren Nahtlinien manifestiert, also der Lokalisation, die das toxische Agens zuerst erreicht.

Katarakte als Folge systemischer Erkrankungen
Hunde, die an Diabetis mellitus erkranken zeigen häufig eine Katarakt. Die Störung des Linsenmetabolismus infolge der hohen Konzentration der Blutglukose führt zu einer schnell fortschreitenden bilateralen Katarakt, die zuerst die hinteren Linsennähte erfasst und sich dann auf die gesamte Linse ausdehnt.

Hypocalcemie, die durch Nierenfunktionsstörungen und Hypoparathyreodismus hervorgerufen wird, kann zu punktförmigen multifokalen Trübungen (Cataracta tatanica) des vorderen und hinteren Linsenkortes führen. In der Regel sind diese Trübungen nicht progressiv und gehen nicht mit einem Visusverlust einher.

Toxisch bedingte Katarakte
Da Hunde häufig als Versuchstiere für Toxizitätsstudien neuer medikamente eingesetzt werden, konnte beim Hund für einige Substanzen die kataraktogene Wirkung nachgewiesen und erforscht werden. Zu den Katarakt auslösenden lentotoxischen Stoffen gehören Disophenol, Diazoxid, Hydroxymethylglutaryl-CoA-Reduktase-Inhibitoren.
Disophenol findet sich in Antiparasitika und gehört zur Wirkstoffgruppe gegen Nematoden (Rundwürmer).
Diazoxid wird bei der Behandlung von Bluthochdruck als auch Diabetis sowie bei endokrinen Tumorerkrankungen eingesetzt.
Das Enzym Hydroxymethylglutaryl-Coenzyme A (HMG-CoA) Reduktase spielt eine wichtige Rolle in der Cholesterinsynthese.

Sonstige nicht erbliche Katarakte
Spitze oder stumpfe Traumata können einen Katarakt auslösen. Die Progression ist abhängig von dem Ausmaß der Quetschung bzw. der Größe der Perforation der Linsenkapsel. Pathogenetisch wird diese durch die mangelnde Ernährung, bedingt durch Fibrinauflagerungen und Synechien der Linse, hervorgerufen. Große Linsenkapselperorationen rufen meistens progressive Trübungen hervor, die schliesslich die ganze Linse erfassen. Wird dabei Linsenprotein freigesetzt, das der Körper aufgrund der abgegrenzten embryonalen Entwicklung als immunolgisch fremd erkennt kommt es zu einer schweren Uveitis.
Die Einseitigkeit der Katarakt, das beobachtete Trauma oder dessen deutlich erkennbare Folgen und andere Symptome, wie z.B. Blutungen in der vorderen Augenkammer, ermöglichen die Unterscheidung dieser Kataraktform.
Energiereiche Strahlen (Röntgen-, Ultraviolett-, Infrarotstrahlung und radioaktive Strahlung) können zu degenerativen Veränderungen des Linsenepithels führen, wodurch die Ernährung der Linse gestört wird. Neu gebildete Linsenfasern können in ihrer Formation verändert werden, wodurch ebenfalls eine Katarakt entsteht, die sich meist zuerst an den vorderen und hinteren Linsennähten manifestiert.
Katarakte, die durch Ernährungsfehler ausgelöst werden sind sehr selten. Grösstenteils sind diese auf einen Mangel an essentiellen Aminosäuren, Vitaminen, speziell Vitamine des B-Komplexes oder Kalzium zurückzuführen. Bei Wölfen und Hunden wurde berichtet, dass bei der Aufzucht mutterloser Welpen mit kommerziellen Milchaustauschern bei einigen Welpen gering bis hochgradige Katarakte beobachtet werden konnten.

Erbliche Katarakte
Die heriditäre Genese stellt beim Hund die häufigste Ursache einer primären Katarakt dar. Die Zahl der Rassen, für die eine Rassedisposition vermutet wird, nimmt ständig zu.
Kongenitale Katarakte treten in den Rassen Basenji, Beagle, Bouvier de Flandres, Chow Chow, English Springer Spaniel, Pembroke Welsh Corgie, Somojeden und Zwergschnauzer auf.
Am besten erforscht ist die kongenitale Katarakt beim Zwergschnauzer, die autosomal rezessiv vererbt wird. Die Trübung, die sich auf den Linsennucleus und z.T. den hinteren Linsenkortex erstreckt, ist unmittelbar nach Öffnung der Augen mit 14 Tagen feststellbar. Diese Katarakt schreitet unterschiedlich schnell fort. Die Isolierung eines verantwortlichen Gens war nicht möglich.
Zu den nicht kongeniatlen Katarakten gehören Trübungen, die sich bereits in den ersten Lebenswochen manifestieren und die in der Regel progressiv verlaufen:
Rassen, bei denen diese frühe Form der nicht kongenitalen Katarakt beobachtet wird sind Boston Terrier, Deutscher Schäferhund, Zwergschnauzer, Alter Englischer Schäferhund, Staffordshire Bullterrier, Standard Pudel und Welsh Springer Spaniel. Der Erbgang bei diesen untersuchten Rassen ist monogen autosomal rezessiv. Das beim Boston Terrier mutierte Gen beim primären Katarakt ist HSF4. Mittels eines entsprechenden Gentestes können Träger des mutierten Gens von Nichtträgern unterschieden werden. 

Seit den Achziger-Jahre des vorigen Jahrhunderts ist in der Schweiz kein einzigen Boston Terrier bekannt, welcher  erblich belastet gewesen wäre.

Afganischer Windhund, Chesapeake Bay Retriever, Golden Retriever, Labrador Retriever, Sibirian Husky, Belgischer Schäferhund, Norwegischer Buhund und Rehpinscher zeigen nicht kongenitale Katarakte, die sich in einem Alter von drei bis vier Monaten bis zu einigen Lebensjahren manifestieren. Die Trübungen beginnen im Bereich der Nahtlinien und zeigen in der Regel eine symmetrische dreieckige oder pyramidale Form. Der Erbgang wird beim Chesapeake Bay Retriever, Golden Retriever und Labrador Retriever als dominat mit unvollständiger Penetranz vermutet. Beim Sibirian Husky wird die Katarakt vermutlich autosomal rezessiv vererbt. Für die Katarakt des Belgischen Schäferhundes, des norwegischen Buhundes und des Rehpinschers ist der Erbgang nicht bekannt.
Andere nicht kongenitale Kataraktformen wurden für den American Cocker Spaniel und den Boston Terrier beschrieben. Die Katarakt des American Cocker Spaniels manifestiert sich im Alter von 2 Monaten bis zu sechs Jahren und zeigt variierende, nicht symmetrische Erscheinungsformen. Der Erbgang ist monogen autosomal rezessiv. Der Boston Terrier zeigt eine anteriore subkapsuläre speichenartige Trübung, die sich im Alter von drei bis zehn Jahren manifiestiert und deren Erbgang nicht bekannt ist.
Beim Tibet Terrier besteht, wie komplexe Pedigreeanalysen und Varianzanalysen zeigten eine genetische Disposition für eine nicht kongenitale Katarakt. Eine polygene Vererbung erschien als wahrscheinlicher Erbgang, jedoch konnte ein monogener und gemischt monogener-polygener Erbgang nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Bei weiteren Hunderassen wird eine hereditäre nicht kongenitale Katarakt vermutet, ein Erbgang bisher aber noch nicht geklärt. Zu diesen Rassen gehören: Chow Chow, Rottweiler, Dobermann, Lhaso Apso und Tibet Spaniel.
Eine Liste betroffener Rassen wird regelmäßig vom American College of Veterninary Ophtalmologists (ACVO) - Genetics Comitee herausgegeben.



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Wirbelsäule - Keilwirbel

Einleitendes Zitat aus der Keilwirbelstudie des DKFB:

"Im Vorfeld sei klargestellt: alles was Sie über Keilwirbel lesen können, basiert auf nicht fundierten Spekulationen. Hoch interessant sind die wilden Darstellungen derer, die Sie glauben machen wollen, irgendwelche Erkenntnisse über Auswirkungen und Vererbung preisgeben zu können. Dieses ist nach unserer Ansicht unseriös und basiert auf effekthaschenden Spekulationen, da sich außer dem DKFB e.V. (und der US-Studie von Dr. Keller) niemand so intensiv, lang andauernd dokumentiert und konsequent mit diesem Thema auseinandergesetzt hat.

Was ist ein Keilwirbel?

Ein Keilwirbel ist ein Wirbelkörper, der sich nach unten und/oder oben hin verjüngt und ab einem bestimmten Grad dieser Verjüngung als solcher eingestuft wird. Dafür muss jeder einzelne Wirbel vermessen werden."

Mehr Informationen über die Keilwirbelstudie, wie aussagekräftige Resultate entstehen, was es für eine Rasse bedeutet, das erfahren Sie auf folgenden Seiten:
DKFB e.V. Deutscher Klub französischer Bulldoggen (Studie)
DKFB e.V. Deutscher Klub französicher Bulldogen (laufende Dissertation zu Keilwirbeln)
Gesunde Bulldoggen




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Hypothyreose

Dieser Artikel ist im Hundemagazin  und auf der Webseite www.kleintiermedizin.ch erschienen
Autorin: Dr. med. vet. Angi Keiser-Semder


Symptome
Meist betrifft es Tiere zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr. Selten erscheinen die Symptome vor dem zweiten Lebensjahr.
Aufgrund der grossen Reservekapazität des Organismus werden Schilddrüsenunterfunktionen erst bemerkt, wenn mindestens 50 % des Schilddrüsengewebes ihre Funktion aufgegeben haben. Daher bleibt die Krankheit oft während Jahren unentdeckt. Zudem schleichen sich die Symptome nur langsam ein, sodass die Veränderungen am Tier oft mit dem Älterwerden in Verbindung gebracht werden.
Die Symptome sind vielfältig und reichen von Lethargie, vermehrtem Schlafbedürfnis, traurigem Gesichtsausdruck, Kälteüberempfindlichkeit, Gewichtszunahme bei gleicher Futtermenge, Schluckstörung, Gesichts- und Kehlkopfnervenausfälle bis hin zu Lahmheit.
Durch die allgemeine Dämpfung des Organismus sind auch Herzfrequenz und Körpertemperatur häufig erniedrigt.
Häufig weisen die betroffenen Tiere Hautveränderungen, trockenes, stumpfes Haarkleid und Haarverlust bis Kahlheit auf. Die Haut kann sich durch eine verstärkte Pigmentierung schwarz verfärben.
Bei beiden Geschlechtern können Störungen der Fruchtbarkeit auftreten. Bei Hündinnen sind es meist Läufigkeitsstörungen. Es können jedoch auch Totgeburten und Aborte auftreten. Beim Rüden ist oft die Samenqualität vermindert.
Natürlich treten nicht immer alle diese Symptome zusammen auf. So kann beim einen eine alleinige Schluckstörung ein Hinweis auf das Vorliegen einer Schilddrüsenunterfunktion sein. Beim anderen Patienten aber findet man von Hautveränderungen, über Lethargie mit Gewichtszunahme bis hin zu Zyklusstörungen eine ganze Palette von Symptomen.

Häufig beobachtete Symptome

Allgemein
  Lethargie, erhöhtes Schlafbedürfnis
  Trauriger Gesichtsausdruck
  Gewichtszunahme bei gleicher Fütterung
Herz-Kreislaufsystem
  Verringerte Herzfrequenz
  Erniedrigte Körpertemperatur
Störungen der Fortpflanzung
  Läufigkeitsstörungen
  Aborte
  Verminderte Samenqualität
Haut
  Trockenes, stumpfes Haarkleid
  Haarverlust bis Kahlheit
  Verstärkte Pigmentierung der Haut
  Hautentzündungen
Nervensystem
  Lahmheiten
  Nervenausfälle z. B. Gesichtslähmungen, Schluckbeschwerden, Verlust der Stimme

Definition
Die Hypothyreose ist eine Unterfunktion der Schilddrüse. Sie basiert auf einer Mangelproduktion- und /oder -versorgung des Körpers mit Schilddrüsenhormonen.
Es wird zwischen erworbenen und angeborenen Hypothyreosen unterschieden.


Häufig verwendete Abkürzungen

T 4 Thyroxin = Schilddrüsenhormon
T 3 Trijodthyronin = Schilddrüsenhormon
fT 4 freies T 4 = Schilddrüsenhormon
TSH schilddrüsenstimulierendes Hormon aus der Hypophyse
TRH hirnanhangdrüsenstimulierendes Hormon aus dem Hypothalamus = Thyreotropin-releasing-hormon

Ursachen
Die angeborene Form
Die angeborene Form führt zu tot geborenen oder lebensschwachen Welpen, welche zu verlangsamten Wachstum bzw. Zwergwuchs neigen und häufig auch in ihrer geistigen Entwicklung stark zurückbleiben. Solche Welpen unterscheiden sich häufig stark in ihrem äusseren Erscheinungsbild von gesunden Altersgenossen.

Die erworbenen Formen
Die erworbene Hypothyreose des erwachsenen Hundes wird zudem in eine primäre und eine sekundäre Hypothyreose unterteilt.

Die primär erworbene Form
Bei der primären Form kann die Schilddrüse selbst nicht genügend Hormon produzieren. Diese Form kommt beim Hund am häufigsten vor, kann wegen des schleichenden Erscheinens jedoch unerkannt bleiben. Auslöser für dieses Krankheitsbild ist eine Überreaktion des Immunsystems gegen das eigene Schilddrüsengewebe (Autoimmunerkrankung). Daher können im Blut auch Antikörper gegen Schilddrüsengewebe nachgewiesen werden. Diese Entgleisung des Immunsystems ist bis zu 95% die Ursache. Als Folge der Selbstzerstörung führt dieser Prozess entweder zu einer entzündlich veränderten Schilddrüse (lymphozytären Thyreoditis), oder zu einer Gewebsschrumpfung unbekannter Ursache (idiopathische Atrophie des Schilddrüsengewebes). Im Laufe der Zeit kann diese Schrumpfung im vollständigen Fehlen von funktionellem Schilddrüsengewebe enden. Bei der entzündlichen Veränderung hingegen, hängt die Hormonproduktion vom Schweregrad des Krankheitsprozesses ab, und variiert so von vollständig normal bis krank.
Man geht davon aus, dass genetische (auf Erbgrundlagen basierende) Faktoren das Auftreten dieser Erkrankung auslösen.
Weitere auslösende Faktoren, wie andere Entzündungsformen, Tumoren oder Folgen eines mechanischen Reizes sind eher selten anzutreffen. Wenn auch beim Menschen deutlich mehr das weibliche Geschlecht von der Hypothyreose betroffen ist (10:1), so soll das Verhältnis weiblich:männlich beim Hund je nach Quelle etwa bei 2.5:1 liegen.
Die autoimmune Form ist auch beim Menschen die häufigste Ursache für die primäre Hypothyreose. Als typisches Symptom manifestiert sich aber der Kropf. Dieser ist beim Hund praktisch nur bei Jodmangel anzutreffen.

Die sekundär erworbene Form
Die sekundäre Form tritt wesentlich seltener auf. Sie ist u.a. auf den Mangel an TSH, dem oben bereits erwähnten, übergeordneten Hormon aus der Hirnanhangsdrüse, zurückzuführen. Dadurch hat die ausbleibende Stimulation der Schilddrüse ebenfalls einen Mangel an T 4 zur Folge. Diese Hypothyreoseform kann auf ein Kopftrauma (Schlag, Unfall ...), eine Fehlentwicklung in der Embryonalzeit oder einen Tumor der Hirnanhangsdrüse zurückzuführen sein.

Therapie
Das fehlende Schilddrüsenhormon muss lebenslänglich ersetzt werden. Eine Dosierungsanpassung erfolgt individuell. Angestrebt wird ein über den ganzen Tag verteilter normaler T 4-Spiegel. Eine deutliche klinische Besserung sollte innerhalb der ersten 4 Wochen eintreten. Haut- und Haarveränderungen verschwinden in der Regel erst nach einigen Monaten. Eine regelmässige Kontrollle des Blutspiegels ist notwendig, insbesondere, wenn nicht das gewünschte Resultat eingetreten ist. Nebenwirkungen sind selten und meist auf eine Überdosierung zurückzuführen. Der Besitzer stellt dann häufig Hyperaktivität, Schreckhaftigkeit, Gewichtsverlust und eine erhöhte Herzfrequenz fest.

Prognose
Die Langzeitprognose ist bei einer alleinigen Hypothyreose günstig zu stellen.
Beim Menschen gibt es keinen Zweifel an der Erblichkeit der Erkrankung. Die bisherigen Untersuchungen beim Hund deuten ebenfalls auf eine polygenetische (auf mehreren Genen verteilte) Disposition hin. Bei angeborenen (kongenitalen) Missbildungen ist eine genetische Disposition sehr wahrscheinlich.
Zusammenfassend ist die Hypothyreose des Hundes eine nicht seltene Erkrankung, die jedoch zum einen oft überdiagnostiziert wird, zum anderen aber durch ihr schleichendes Erscheinen und ihre Symptomenvielfalt auch mal übersehen werden kann: Nicht jeder träge und wohl genährte Hund hat eine Schilddrüsenunterfunktion!



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